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Zu sehen ist ein Blick vom Tafelberg, Bild: Trybus
Tafelberg, Ausblick, Bild: Trybus

Geheimtipps Schlesien

In „Geheimtipps Schlesien“ stelle ich die dritte Woiwodschaft Polens (vergleichbar einem Bundesland) aus touristischer Sicht vor. Das heutige Schlesien ist neben Niederschlesien und dem Oppelner Schlesien der dritte Teil des historischen Schlesiens. Östlich schließt sich die Wojewodschaft Kleinpolen an Schlesien an. Im Norden grenzt es an die Wojewodschaft Łódź. Zur Artikelserie gehören auch Teil 1 (Oppeln) und Teil 2 (Niederschlesien).

Bei Beuthen (Bytom) beginnt eine historische Industrielandschaft, die vom Steinkohleabbau geprägt war. Ähnlich wie das Ruhrgebiet war Schlesien eine von Bergbau und Stahlproduktion geprägte Region. Inzwischen stecken die ehemaligen Industriereviere im Wandel zur postindustriellen Zeit. Dabei versucht man seine Vergangenheit nicht zu verstecken. Vielmehr wuchert man mit diesem Pfunden: die einstigen Gruben werden zu technischen Denkmälern, interessante Baudenkmäler werden zu technischen Musen hergerichtet. So entstehen wahre Touristenmagnete.

Zu sehen ist das Denkmal für die für Polen gefallenen Schlesier in Teschen, Bild: Qasinka
Teschen, Denkmal für die für Polen gefallenen Schlesier, Bild: Qasinka

So ist es nicht verwunderlich, dass die großen Städte wie Gleiwitz (Gliwice), Hindenburg (Zabrze) und Beuthen (Bytom) noch von der Schwerindustrie geprägt sind. Es gibt eine Vielzahl von Fördertürmen und Abraumhalden zu entdecken.

Allerdings hat sich zum Beispiel das neue Kattowitz, als Zentrum Schlesiens, schon in eine moderne Großstadt entwickelt. Hier gibt es teils atemberaubende Architektur zu bestaunen. Die Stadt ist Kulturmetropole und zieht mit Großereignissen viele Besucher an.

Daneben bietet Schlesien viele attraktive Feriengebiete wie die Schlesischen Beskiden. Gerade dieser Umstand ist zumindest in Deutschland noch nahezu unbekannt.

Im Folgenden stelle ich Ihnen nun einige besondere Geheimtipps vor. Vielleicht ist auch etwas spannendes für Ihre Gruppenreise(n) dabei. Zögern Sie nicht, mein Team und mich bei Interesse zu kontaktieren.

Untertage – Tarnowitz und Co.

Tarnowitz (Tarnowskie Góry) liegt rund 25 Kilometer nördlich von Kattowitz. Hier finden sich gleich zwei interessante Bergwerksobjekte, die besichtigt werden können. Eines davon ist Polens einziges Silberbergwerk. Es ist seit 2017 auf der UNESCO Weltkulturerbe-Liste verzeichnet.

Dieses Bergwerk verfügt über ein weites Labyrinth von unterirdischen Gängen. Sie ziehen sich unter der ganzen Stadt und der näheren Umgebung. Auf einer Länge von rund 1.750 Metern können die unterirdischen Gänge mit Führung besichtigt werden.

Zu sehen ist das Silberbergwerk in Tarnowitz, Bild: Rybkon
Tarnowitz, Silberbergwerk, Bild: Rybkon

Eine Mutimedia-Ausstellung zeigt die Arbeitswelt der Bergleute. Dazu werden die damals hochmodernen Dampfmaschinen erklärt.

Unweit der Silbermine findet sich ein weiteres unterirdisches Abenteuer. Der „Schwarze Forelle-Stollen“ wurde im 19. Jahrhundert als einer der Hauptentwässerungskanäle der Silbermine angelegt. Der Wasserlauf im Stollen kann mit Booten befahren werden. Bei diesem einmaligen Erlebnis erhalten Gäste einen tollen Blick in eine Schlucht. Außerdem treffen sie unterwegs auf Fledermäuse und die Forellen, die dem Stollen den Namen gaben.

Neben den Attraktionen in Tarnowitz gibt eine ganze Reihe von Museumsbergwerken in Schlesien. Viele liegen an der Route der Technischen Denkmäler. Hier gibt es viele Möglichkeiten interessante Touristenführungen anzubieten. Sprechen Sie bitte mein brylla-Team an, wenn Sie Interesse an einer Gruppenbesichtigung dieser Bergwerke haben. Wir finden zusammen das für Ihre Gruppe ideale Museumsbergwerk.

Teschen: Residenzstadt und protestantische Hochburg

Teschen ist ähnlich wie Görlitz eine zwischen zwei Ländern geteilte Stadt. Durch Teschen zieht sich die polnisch-tschechischen Grenze. Sie wird durch den Fluss Olsa (Olza) markiert. Weil Polen und Tschechien EU-Mitglieder sind und zum Schengen-Raum gehören, gibt es keine Grenzkontrollen. Und genau das fördert den kulturellen und wirtschaftlichen Austausch und bringt dabei die ganze Region voran.

Der größere Teil von Teschen, das einst Residenzstadt des Herzogtums Teschen war, liegt in Polen. Hier finden sich auch das auf einer Anhebung befindliche alten Stadtzentrum und der Burgberg.

Zu sehen sind Marktplatz und St. Floriansstatue in Teschen, Bild: Pudelek
Teschen, Marktplatz und St. Floriansstatue, Bild: Pudelek

Und auf dem Burgberg steht unter anderem die Rotunde St. Nikolaus und Wenzel aus dem 11. Jahrhundert. Sie ist eine der ältesten Kirchen Polens. Von der alten Burg sind ein gotischer Bergfried und der ebenfalls gotische Piastenturm aus dem 14. Jahrhundert erhalten. Neben der Burg und der Kirche finden Besucher auf dem Burgberg die Schlossbrauerei und das klassizistische Jagdschloss. Diese war einst eine Sommerresidenz. Sie wurde 1838–1840 im Stil des Wiener Klassizismus erbaut.

Sehenswert ist in Teschen auch die Altstadt. Da wäre zunächst der Marktplatz zu nennen. Es ist von schönen Patrizierhäusern mit Laubengängen und dem prächtigen klassizistischen Rathaus umstanden.

Die ebenfalls in der Altstadt befindliche Jesuskirche hat eine besondere Geschichte. Sie ist eine der einst sechs schlesischen Gnadenkirchen, die auf Erlaubnis des Habsburger Kaisers Joseph I. im ansonsten katholischen Schlesien errichtet werden durften. Vier der sechs Gnadenkirchen sind noch erhalten, aber nur die Kirche in Teschen wird nach wie vor als protestantisches Gotteshaus genutzt.

Mein zusätzlicher Tipp: Teschen ist Ausgangspunkt der „Via Ducalis“ der Herzogsstraße in „Schlesisch-Teschen“ (Droga Książęca). Bei der Via Ducalist handelt es sich um eine interessante und gut ausgebaute Touristenroute. Sie führt durch die polnischen und tschechischen Teile des ehemaligen Herzogtums Teschen.

Zu sehen sind die St. Nikolauskirche und der Piastenturm auf dem Burgareal von Teschen,Bild: Diether
Teschen, St. Nikolauskirche und Piastenturm,Bild: Diether

Cosel, Gleiwitz und der Gleiwitzer Kanal

Gleiwitz (Gliwice) im Kattowitzer Land erhielt schon 1276 die Stadtrechte. Nach der Teilung Oberschlesiens zwischen Deutschland und Polen war es ab 1922 Grenzstadt.

Als eine der wenigen Städte inmitten eines industriellen Umfelds blieb die Stadt im Krieg fast unzerstört. Damit konnte sie ihr mittelalterliches Stadtbild weitgehend erhalten.

Dass die Stadt nahezu unzerstört blieb, war erstaunlich. Denn Gleiwitz war industriell durchaus interessant. Gleiwitz‘ Aufstieg begann nämlich mit der Gründung der Königlichen Hütte 1796. Hier stand der erste mit Koks befeuerte Hochofen Europas. Die Hütte wurde anschließend rasch zu einer der berühmtesten Kunstgießereien des Kontinents. Außerdem war Gleiwitz ein bedeutender Infrastrukturknotenpunkt. Wussten Sie zum Beispiel, dass die Stadt den bedeutendsten Binnenhafen Polens besitzt?

Der Hafen liegt im Westen der Stadt und wurde in den 1930er Jahren gleichzeitig mit dem Gleiwitzer Kanal gebaut. Mit dem neuen Kanal wurde der alte Klodnitzkanal ersetzt. Der Gleiwitzer Kanal verläuft nun teilweise im Bett der Klodnitz. Mit diesem 41 Kilometer langen Kanal wurde das oberschlesische Industriezentrum um Gleiwitz 1939 mit der Oder verbunden. Der Kanal ist bis heute für Schiffe bis 1000 Tonnen befahrbar.

Mein Tipp: Machen Sie mit Ihren Busreisenden eine Schifffahrt auf dem Kanal, es gibt verschiedene Routen und Möglichkeiten speziell für Gruppenreisende. Die verschieden langen Touren beginnen meist im Coseler Hafen. Bitte wenden Sie sich bei Interesse telefonisch oder per Mail an das brylla-Team, wir finden die richtige Route für Ihre Zielgruppe.

Bielitz-Biala die Doppelstadt

Bielitz-Biala (Bielsko-Biała) liegt am Rand der Schlesischen Beskiden. Die 176.000-Einwohner-Stadt eignet sich hervorragend als Startpunkt für einen Ausflug in die Schlesischen Beskiden. Aber der Ort ist auch an sich sehenswert.

Die Doppelstadt Bielitz-Biala besteht aus zwei mittelalterlichen Städten, die vom Fluss Białka getrennt sind. Westlich liegt Bielitz. Dieser Ortsteil war einst schlesisch und vorwiegend von deutschsprachigen Protestanten bewohnt. Im einst kleinpolnischen Biała hingegen lebten vorwiegend polnischsprachige Katholiken.

Zu sehen sind Innenstadt und Rathaus in Bielitz-Biala, Bild: Int-media-bielsko
Bielitz-Biala, Innenstadt und Rathaus, Bild: Int-media-bielsko

Sehenswert ist die mittelalterliche Burgsiedlung von Bielitz, deren Anfänge auf den Beginn des zweiten Jahrtausends datiert werden. Das Sułkowski-Schloss befindet sich im Zentrum der Siedlung. Baubeginn war im 14. Jahrhundert. Heute ist dort das Stadtmuseum untergebracht.

Ebenfalls sehenswert sind der Theaterplatz und der malerische Altstadtring mit den Seitengassen. Ebenfalls im Zentrum von Bielitz befindet sich das Weberhaus, indem Besucher über die Geschichte der Textilindustrie in der Region informiert werden.

Vom Historismus und der Sezession geprägt sind der Marktplatz von Biala und die Flanier- und Shoppingmeile ul. 11 Listopada. Wer einen grandiosen Blick von oben auf die Stadt möchte, fährt mit der Gondelbahn hoch zum 1.028 Meter hohen Berg Kamitzerplatte (Szyndzielnia).

Die Schlesischen Beskiden

Den Süden der Wojewodschaft Schlesien bilden die Schlesischen Beskiden. Diese erstrecken sich zwischen Bielitz (Bielsko-Biała) und Teschen (Bilskoyn). Sie sind ein beliebtes Erholungs- und Wintersportgebiet.

Höchster Berg ist der 1.257 Meter hohe Skrzyczne. Das tiefste Bergtal ist das Tal der Weichsel. Wichtigste Kur-und Erholungsorte sind Ustron (Ustroń), Bielitz-Biala (Bielsko-Biała), Schirk (Szczyrk) und Weichsel (Wisła).

Zu sehen ist ein Blick vom Tafelberg, Bild: Editor519
Tafelberg, Ausblick, Bild: Editor519

Das Gebiet ist kompakt und auch auf einer kleinen Rundreise gut an einem Tag zu befahren. Auch kleine Wanderungen bieten sich an.

Attraktiv ist zum Beispiel das am Fuß des 1.117 Meter hohen Klimczok gelegene Schirk. Dieser Ort gilt mit 60 Pistenkilometern und zahlreichen Langlaufloipen als der bedeutendste Wintersportort in den Schlesischen Beskiden.

Auch Weichsel (Wisła) ist eine Reise wert. Es wurde international durch seinen berühmtesten Sohn, den Skispringer Adam Małysz, bekannt. Heute hat der Ort eine moderne Skisprungschanze und eine auf Weltcupveranstaltungen ausgebaute Tourismusstruktur. Nur zehn Kilometer entfernt an der Barania Góra entspringen die Quellen der Weichsel.

An der Weichsel liegt auch Ustron (Ustroń), ein weiterer Kur- und Wintersportort. Hier nimmt der Beskiden-Hauptwanderweg seinen Ausgang. Generell ist der Ort für Wanderer ein beliebter Urlaubsort.

Wenn für Ihre Gruppenreise(n) etwas Spannendes im Artikel dabei war, kontaktieren Sie gerne mein Team und mich. Wir liefern Ihnen gerne weitere Informationen oder machen Ihnen passgenaue Reiseangebote.

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