Hotelmarkt in Polen – Überblick

Hotel Monopo Breslau (© Basik07 Barbara Wrzesińska)

Hotel Monopol Breslau (© Basik07 Barbara Wrzesińska)

Mit „Hotelmarkt in Polen – Überblick“ setzte ich den letzten Artikel fort . In beiden Artikeln finden professionelle Reiseanbieter meine persönlichen Ein- und Ausblicke in die Lage des Unterkunftsmarktes in Polen: Informationen, die in Reisekonzeption und –vermarktung einfließen können.

Während ich im ersten Artikel meine grundsätzlichen Beobachtungen geschildert habe, stelle ich heute Details dar. Dabei gehe ich auf überregionale und regionale Entwicklungen des polnischen Hotelmarktes ein.

Bei Fragen oder bei Bedarf an Unterstützung bei Reiseangeboten: Zögern Sie nicht, mich zu kontaktieren.

Überregionale Entwicklungen des polnischen Hotelmarkts

Für meinen Eindruck, dass der polnische Unterkunftsmarkt im Aufschwung ist, finden sich zahlreiche Belege. Unter anderem in der Veröffentlichung „Hotel and condo hotel market in Poland 2018“ von Emmerson Evaluation (einem Profi in Sachen Immobilienbewertung). Emmerson Evaluation wartet mit zahlreichen Daten und Fakten auf:

Hotelangebot

Die Anzahl der Hotels in Polen ist in der ersten Jahreshälfte 2018 im Vergleich zu 2017 um 2 Prozent gewachsen. Das Wachstum war regional allerdings durchaus unterschiedlich ausgeprägt. Weitere Angaben dazu finden Sie in den regionalen Entwicklungen.

Die Zahl der Hotelbetten in Polen ist in der ersten Jahreshälfte 2018 im Vergleich zu 2017 um 4,7 Prozent gewachsen. Dies mag erstaunen, da die Anzahl der Hotels nur um 2 Prozent gestiegen ist. Der Anstieg wird allerdings erklärlich, wenn man weiß, dass die Hotels zum Teil ihre Bettenzahlen aufgestockt haben.

Hotelauslastung

Interessant ist auch ein Vergleich der Steigerung des Hotelangebotes mit der Entwicklung der Touristenzahlen. Denn das gibt einen Hinweis auf die Profitabilität der Hotels. Die Touristenzahlen sind seit 2012 um ca. 9 Prozent gestiegen. Im selben Zeitraum ist die Zahl der Hotelbetten „nur“ um ca. 5 Prozent gestiegen. Dieser Trend spiegelt sich auch in der Steigerung der Auslastungsquote von Hotels wider. Im Zeitraum von 2016 auf 2017 z.B. ist sie um 1,1 Prozentpunkte auf immerhin fast 52 Prozent gestiegen. Von 2009 an betrachtet ist die Auslastungsrate von 41,2 Prozent um etwas mehr als 10 Prozentpunkte gestiegen.

Preise

Aktuell beobachtet Emmerson Evaluation folgende Preise:

  • Hotelräume im 3***-Sterne-Sektor wurden in der Preisspanne von ca. 130-230 zł verkauft – das ergibt ein rechnerisches Mittel von 180 zł,
  • Preise für Hotelräume im 4****-Sterne-Sektor haben eine Spanne von 180-380 zł erreicht – das ergibt ein rechnerisches Mittel von 275 zł und
  • Angebote im 5*****-Sterne-Sektor konnten eine Preisspanne von 340-560 zł erzielen – im rechnerischen Mittel also 450 zł.
Euro- und Zloty-Geldscheine

Euro- und Zloty-Geldscheine

Das kann man vereinfacht mit dem aktuellen zł-Kurs von ca. 4 zł je 1 EUR bewerten. Dann ergibt sich ein mittlerer Preis von 45 EUR für 3***-Sterne-Hotels, ca. 70 EUR für 4****-Sterne-Hotels und ca. 115 EUR für 5*****-Sterne Hotels.

Wachstumstreiber

Ein Wachstumstreiber für den Hotelmarkt ist der Tourismus: Aktuell machen inländische Touristen etwas mehr als die Hälfte der Gesamttouristenzahl in Polen aus. Ein Vergleich der Zuwachsraten von polnischen und internationalen Touristen deutet darauf hin, dass sich diese Verteilung in den nächsten Jahren eher zugunsten des Anteils inländischer Touristen stabilisieren wird. Den Hintergrund hierfür vermutet Emmerson Evaluation auch in der zunehmenden Beliebtheit der Destination Polen bei den Polen selbst.

Ein weiterer Wachstumstreiber sind Geschäftsreisen. Zum Beispiel lässt sich zunehmend beobachten, dass Hotelkapazitäten in der Nähe von Büroräumlichkeiten angesiedelt werden.

Prognose

Emmerson Evaluation schätzt (auch wegen der beschriebenen positiven Entwicklungen), dass in den nächsten zwei Jahren ein starkes Wachstum von Hotelangeboten und –räumen zu beobachten sein wird. Es sei dabei davon auszugehen, dass dies insbesondere in regionalen Wachstumsmärkten der Fall sein wird.

Regionale Entwicklungen des polnischen Hotelsmarkts

Emmerson Evaluation hat neben den überregionalen Entwicklungen auch einige interessante regionale Entwicklungen aufgezeigt. Drei der für mich spannenden Erkenntnisse möchte ich Ihnen vorstellen:

Hotelangebot in der Woiwodschaft Lodsch

In Lodsch ist die Anzahl der Hotelbetten zwischen 2017 und der ersten Hälfte 2018 um sagenhafte 11,1 Prozent gewachsen. Damit liegt Lodsch in Bezug auf das Wachstum an Hotelräumen deutlich an Platz 1 aller Woiwodschaften. In Bezug auf das Wachstum der zur Verfügung stehenden Hotels liegt Lodsch hingegen auf Rang 3 der Woiwodschaften. Außerdem verzeichnet es dort „nur“ ein unterdurchschnittliches Wachstum von 3,5 Prozent. Hier scheinen bestehende Hotels Bettenbestände ausgebaut zu haben beziehungsweise neue Hotels für die Verhältnisse in Lodsch überdurchschnittlich groß zu sein. Damit würde Lodsch, das im Mittel noch verhältnismäßig kleine Hotels hat (ca. 95 Betten), sich an die durchschnittliche Größe der Hotels in Polen (ca. 105 Betten) annähern.

In jedem Fall verbucht die touristisch nicht unbedingt bekannteste Region Polens ein immenses Wachstum an Hotelbetten. Allerdings muss dazu gefügt werden, dass Lodsch in 2017 mit ca. 10.800 Betten auch auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau gestartet ist – der Spitzenreiter Kleinpolen mit dem Zugpferd Krakau hat 42.000 Betten aufzuweisen.

Piotrkowska Lodz (© Robert Zapedowski)

Piotrkowska Lodz (© Robert Zapedowski)

Interessant ist die Entwicklung der Hotelbetten in Lodsch allerdings nicht nur wegen des großen Wachstums der Hotelbetten. Was die Entwicklung in Lodsch aus meiner Sicht besonders spannend macht, ist, dass die Hotelauslastungsquote in Lodsch mit 46,6 Prozent in 2017 eher im Mittelfeld lag. Erklären lässt sich das große Wachstum der Hotelbetten daher gegebenenfalls mit der vergleichsweise hohen Steigerungsrate in der Hotelauslastung. Diese wuchs zwischen 2016 und 2017 um immerhin 4,7 Prozent. Scheinbar wird das als ein Wachstumszeichen für den Lodscher Hotelmarkt interpretiert.

Es wäre spannend zu wissen, ob diese Entwicklung eher durch Geschäftsreisen oder durch den Tourismus befördert wird. Meine Mutmaßung wäre, dass die jüngsten Entwicklungen in Lodsch durchaus zu einem deutlichen Anstieg der Touristenzahlen in Lodsch führen. Sie als Reiseanbieter sollten Lodsch also auf dem Schirm haben.

Hotelangebot in der Woiwodschaft Lebus

Ein ebenfalls beeindruckendes Wachstum an Hotelbetten weist Lebus auf. Die Anzahl der Hotelbetten wuchs um 9,1 Prozent. Mit 4.800 Hotelbetten in 2017 nahm Lebus allerdings auch fast das Schlusslicht an Hotelbetten ein.

Anders als in Lodsch scheint dieses Wachstum nicht mit einer Konzentration des Hotelmarktes einherzugehen. In Lebus liegt nämlich mit 4,8 Prozent neuen Hotels auch das Hotelwachstum vergleichsweise hoch.

Auch in Punkto Hotelauslastungsquote zeigt Lebus Auffälligkeiten. Denn diese wuchs zwischen 2016 und 2017 um den Spitzenwert von 8,7 Prozent. Insofern muss man Lebus touristisch im Blick behalten.

Hotelangebot in der Woiwodschaft Niederschlesien

Ausgewiesene internationale Tourismushighlights finden sich in Niederschlesien. Die Top-Destination dort dürfte Breslau sein. Aber auch Hirschberg und Legnica haben touristisch bekannte Angebote. Das erklärt auch den in 2017 mit 28.200 Betten bereits hohen Bestand an Hotelbetten in Niederschlesien. Dieser Bettenbestand ist bis zum ersten Halbjahr 2018 um immerhin noch einmal 6,7 Prozent gewachsen.

Breslau Dominsel (© Christian Erdmann)

Breslau Dominsel (© Christian Erdmann)

Interessant an diesem Wachstum ist, dass im gleichen Zeitraum die Anzahl der Hotels um 6,8 Prozent gewachsen ist. Hier ist also ein im Vergleich zu den beiden ersten Woiwodschaften gegenläufiger Trend zu beobachten: die Anzahl der Hotels wächst stärker als die Bettenzahl. Dies spricht dafür, dass in Niederschlesien weniger die Bettenburgen als eher die mittelgroßen Hotels im Kommen sind – ein Umstand der bei der Angebotserstellung für Ihre Kunden durchaus interessant sein kann.

Wenn ich Sie bei der Angebotserstellung unterstützen kann, erreichen Sie mich zum Beispiel online. Selbstverständlich gilt dies auch, wenn Sie auf der Suche nach touristischen Trends und Hotspots in Polen sind.

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