Gruppenreisen ins geheime Niederschlesien

Burg Tzschocha (© Farfalla 87)

Burg Tzschocha (© Farfalla 87)

In meinem heutigen Artikel Gruppenreisen ins geheime Niederschlesien stelle ich Ihnen weniger bekannte Ziele und Attraktionen in Niederschlesien vor. Sie haben alle eine geheimnisumwobene Geschichte oder bieten spannende Entdeckertouren. Entdecken Sie mit brylla Reisen interessante unter- und überirdische Attraktionen. Denn das ist es, was Ihre Reisenden von Ihnen wollen: Abwechslung und Spannung auf Reisen.

Gruben, Höhlen und Stollen in Niederschlesien

Die Bärenhöhle bei Klessengrund

Gut 3,5 Kilometer lang ist die Bärenhöhle (Jaskinia Niedźwiedzia) oberhalb von Klessengrund (Kletno). Diese längste Tropfsteinhöhle der Sudeten erstreckt sich in der 1.166 Meter hohen Riemer Koppe (Stroma) im nordöstlichen Glatzer Schneegebirge (Masyw Śnieżnika).

Ihr System von Gängen besteht aus drei übereinander angeordneten Ebenen, die durch Kamine verbunden sind. Der Eingang auf rund 800 Metern Höhe ist vom Flusstal des Klessenbachs (Kleśnica) am Ortsrand von Klessengrund aus zugänglich. Im Höhlensystem befinden sich mehrere imposante bis zu 45 Meter hohe und 60 Meter lange Säle.

Die Tropfsteinhöhle besteht aus Kalkstein, der überall in der Region seit Jahrhunderten abgebaut wurde. Entdeckt wurde die Höhle erst 1966. Sie steht seit 1977 unter Naturschutz. Seit 1983 ist ein Teil der mittleren Höhlenebene für Besucher zugänglich. Den Besucher erwarten atemberaubend schöne Stalaktiten und Stalagmiten, die aufgrund ihrer späten Entdeckung nie beschädigt wurden.

Bärenhöhle (© Jacek Halicki)

Bärenhöhle (© Jacek Halicki)

Die Höhle ist bis heute bewohnt von Fledermausarten, Alpenspitzmäusen und Mardern. In den unterirdischen Seen finden sich wirbellose Arten wie der Höhlenflohkrebs aus dem Tertiär. Früher wurden die Höhlen auch von größeren Arten bewohnt: vor rund 1.000 Jahren im Pleistozän lebte hier offenbar eine größere Population von Höhlenbären, große Knochenfunde belegen das.

Die unterirdische Stadt aus der Zeit des Nationalsozialismus

Im Eulengebirge gibt es für Ihre Reisenden viel Magisches und Geheimnisvolles zu entdecken. Bis heute geheimnisumwittert und erst zu Teilen erforscht sind die meist unterirdischen Bauten aus der Zeit des Nationalsozialismus. Sie sorgen immer wieder für aufregende Gerüchte von versteckten Goldzügen und dem Versteck des Bernsteinzimmers.

Bekannt sind vor allem die Anlagen um das Schloss Fürstenstein (Książ) herum, doch es gibt in der Region noch viel mehr zu sehen. Während des Zweiten Weltkrieges entstand im Eulengebirge im Raum Waldenburg (Wałbrzych), in den Säuferhöhen (Osówka) und bei Wolfsberg (Włodarz) unter dem Tarnnamen „Riese“ ein weites Netzwerk von unterirdischen Tunnelkomplexen. Dieses Netzwerk sollte Hitler und der übrigen Reichsführung als verstecktes Hauptquartier und als Ersatz für die exponiertere Wolfsschanze dienen. Erbaut wurden die Anlagen überwiegend von Gefangenen – so befand sich in Charlottenbrunn (Jedlina-Zdrój) unweit des Schlosses Tannhausen (Jedlinka) ein Außenlager des Konzentrationslagers Groß Rosen.

Für Touristen sind bisher drei der Tunnelkomplexe zugänglich: In den Säuferhöhen (Osówka) kann man sich drei Stollen ansehen und unter der Erde schwimmen. In Wolfsberg (Włodarz) können vier Stollen und eine Waffensammlung besichtigt werden. In Rzeczka Dorfbach sind drei Stollen für Touristen zugänglich.

Die Goldgrube von Reichenstein und die Burg Kamenz

Reichenstein (Złoty Stok) ist eine malerische Kleinstadt. Sie liegt zu Füßen des Reichensteiner Gebirges am Rand des Glatzer Lands und nahe der tschechischen Grenze. Der Name ist wörtlich zu nehmende Geschichte, denn Reichenstein war lange eine sehr reiche Stadt mit wohlhabenden Bürgern. Vor den Toren der Stadt fand sich eines der ab dem 13. Jahrhundert bedeutendsten Gold- und Erzvorkommen ganz Europas. In der Blütezeit im 16. Jahrhundert stammten fast zehn Prozent der europäischen Goldförderung aus dieser Region.

Das Wort Gold übt übrigens auch auf heutige Besucher eine magische Anziehungskraft aus. Und: Die ehemalige Goldgrube kann besichtigt werden. Eine Dauerausstellung informiert im Stollen Gertrud auf einer 500 Meter langen Abbaustrecke über die Geschichte der Grube. Zum Beispiel über den im 17. Jahrhundert noch von Hand gehauenen „Schwarze Stollen“, der 200 Meter lang ist.

Stollen Reichenstein (© Jacek Halicki)

Stollen Reichenstein (© Jacek Halicki)

Nicht versäumen sollten Ihre Reisenden die Fahrt mit der „Orangenen Straßenbahn“ (Pomarańczowy Tramwaj). Sie führt bis zum acht Meter hohen einzigen unterirdischen Wasserfall Polens.

Nur wenige Kilometer entfernt findet sich das Dorf Kamenz (Kamieniec Ząbkowicki) mit der von vier Türmen versehenen Residenz der Prinzessin Marianne von Oranien-Nassau (1810-1883). Klatsch und Skandal interessieren auch die meisten Reisegäste. Da hätte ich für Ihre Reisenden diese Geschichte zu bieten: Die skandalumwitterte Prinzessin wurde von ihrem Oberhofstallmeister Johannes von Rossum schwanger. Sie brachte das Kind zur Welt, trennte sich von ihrem Gemahl Prinz Albrecht, dem jüngsten Sohn des preußischen Königs Friedrich Wilhelms III. und entschwand mit ihrem Liebhaber in amüsantere Welten. Ihr neuer Wohnsitz war Schloss Reinhartshausen in Erbach. Dieses Schloss machte die Kunstsammlerin zu einem kulturellen und gesellschaftlichen Treffpunkt. Was die Skandal-Prinzessin beliebt machte? Ihr soziales Engagement sowohl in Schlesien als auch am Rhein.

Die Märchenburg Tzschocha am Staudamm

Ein ganz anderes Ziel ist die märchenhafte Burg Tzschocha in Marklissa (Leśna) nahe der Marklissa-Talsperre (Zapora Leśniańska). Sie bietet unter anderem Legenden über Gespenster, Schätze und allerlei Zauber.

Die in malerischer Umgebung um 1250 erstandene Höhenburg war oft umkämpft. Wegen ihrer Geschichte und ihrer Lage ist sie heute ein beliebtes Ziel für Maler und Schriftsteller, ganz besonders aber für Filmemacher. Daher ist die Burg Schauplatz vieler Filme. Aus demselben Grund finden dort heutzutage Veranstaltungen wie ein Harry-Potter-Zauberkurs statt.

Aufgrund der umkämpften Lagen ließen Generationen von Burgherren zahlreiche Geheimgänge erbauen. So warten sieben geheimnisvolle Gänge auf unerschrockene Besucher, die herausfinden können, auf welchen Stein man drücken muss, damit sich eine Tür zu nächsten Kammer oder zum folgenden Gang öffnet. Sprechen Sie doch bitte das brylla-Team an, dann realisieren wir für Ihre Zielgruppe einige spannende Überraschungen.

Zwei Kirchen in Niederschlesien

Das schlesische Jerusalem

Der als „Jerusalem Schlesiens“ bekannte Wallfahrtsort mit Kalvarienberg liegt in Albendorf (Wambierzyce) im niederschlesischen Glatzer Land. Glaubt man der Legende, liegen die Anfänge der Marienwallfahrten nach Albendorf bereits im 13. Jahrhundert. Urkundlich als Wallfahrtsort belegt ist Albendorf jedoch erst seit dem 16. Jahrhundert.

Sanktuarium Albendorf (© Barbara Maliszewska)

Sanktuarium Albendorf (© Barbara Maliszewska)

Die heutige Wallfahrtskirche, die Basilika Mariä Heimsuchung (Bazylika Nawiedzenia Najświętszej Marii Panny) wurde 1716 bis 1721 im barocken Stil erbaut. Die ersten 33 Stufen, die zur Kirche hinaufführen symbolisieren die Lebensjahre Jesu, die zweiten 15 Stufen die Lebensjahre Marias vor Jesu Geburt. Die Basilika beherbergt die ovale Gnadenkapelle. Hier finden sich der barocke Hochaltar und über dem Tabernakel der Schrein mit einer wohl gotischen Marienstatue.

Der zwischen 1683 und 1709 entstandene Kalvarienberg (Kalwaria Wambierzycka) mit seinen Kapellen steht auf der gegenüberliegenden Anhöhe, die „Berg Sinai“ genannt wird. Das ist auch der Grund weshalb Albendorf den Beinamen „Schlesisches Jerusalem“ erhielt. Berühmteste Station dieses Kreuzwegs ist die legendenumrankte gekreuzigte Heilige Wilgefortis. Von ihr ist nicht sicher, ob sie gelebt hat, weshalb ihr Heilgenstatus von der Kirche nicht anerkannt ist. Die Legende um sie wurde von der wohl bekanntesten polnischen Gegenwartsschriftstellerin Olga Tokarczuk in ihrem Roman Taghaus, Nachthaus verarbeitet. Eine kleine Lesung daraus – ob im Bus oder am Abend – rundet einen Besuch ab.

Eine hölzerne Wanderkirche – Die Stabkirche Wang

Eine Kirche in Niederschlesien wirkt seltsam untypisch für die Region. Und tatsächlich hat die hölzerne Kirche Wang eine lange Reise hinter sich, denn sie stammt aus Norwegen. Die Stabholzkirche wurde im norwegischen Vang vermutlich bereits um 1325 für die Bergbauernbevölkerung errichtet.

Als die Kirche im 19. Jahrhundert baufällig wurde, kaufte der norwegische Maler Johan Christian Clausen Dahl sie. Als er sie jedoch nicht im Osloer Stadtpark aufstellen konnte, wandte er sich an König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen. Dieser lebte zu jener Zeit in Dresden. Der König kaufte die Kirche für 427 Mark und Dahl sorgte dafür, dass sein Schüler, der Architekt und Maler Franz Wilhelm Schiertz die Kirche 1841 abbauen und nach Berlin verfrachten ließ. Der geplante Aufbau auf der Berliner Pfaueninsel ließ sich jedoch nicht realisieren. So wurde die Kirche weiter nach Schlesien verfrachtet und auf dem Schwarzen Berg auf einer Landschenkung von Graf Schaffgotsch unterhalb der Schneekoppe in Brückenberg (Karpacz Górny) einem Ortsteil von Krummhübel (Karpacz) wiederaufgebaut. Die Weihe fand im Beisein des Königs am 28. Juli 1844 statt.

Ihnen gefällt eines der Ziele? Sie sind z.T. bereits in der Rundreise Überraschendes Schlesien enthalten oder lassen sich dort einfach integrieren. Nehmen Sie einfach Kontakt mit dem brylla-Team auf. Wir erarbeiten Ihnen ein stimmiges Konzept für Ihre Reisegruppen.

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  1. Das sind sehr interessante Geschichten, was mich immer wieder fasziniert,denn meine Familie setzt sich aus Schlesiern und Sudetendeutschen zusammen !Ja, der liebe 2. Weltkrieg hat sie alle hier zusammengeführt.Es wurde nicht mehr nach Religion oder Herkunft entschieden, wer wen heiratet,der Bedeutung sind viele unwissend !Oder nicht mehr interessiert !

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