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Die kaschubische Schweiz

Wzdidzen © Polnisches Fremdenverkehrsamt
Wzdidzen © Polnisches Fremdenverkehrsamt

Ist von Kaschubien oder der Kaschubei die Rede, werden viele Ihrer Reisenden damit das kaschubische Küstenland verbinden. Die schönen Badeorte und die fantastischen weiten feinen Sandstränden, die sich bis zur Spitze der Halbinsel Hela hinziehen, erfreuen sich großer Beliebtheit. Die kaschubische Schweiz jedoch ist eine ganz andere Landschaft – die ich Ihnen heute aus ganz verschiedenen Blickwinkeln heraus vorstellen möchte.

Die kaschubische Schweiz – Eine Landschaft zum Träumen

Die Kaschubische Schweiz (Szwajcaria Kaszubska) ist die Landschaft, die sich innerhalb Kaschubiens südlich an das kaschubische Küstenland anschießt, Richtung Osten an den Großraum Danzig grenzt und im Süden bis zur Tucheler Heide reicht. Sie macht den östlichen Teil der Pommerschen Seenplatte aus, der auf dem Baltischen Landrücken liegt. Südwestlich von Danzig, dort wo die Radaune entspringt, findet der Landrücken in Gestalt des 329 m hohen Turmbergs (Wieżyca) die höchste Erhebung Nordpolen. Die eiszeitlichen Grund- und Endmoränen haben hier eine Landschaft mit vielen, rund 250 m hohen rundlichen Hügeln sowie über 200 Seen gebildet, die vielfach durch Kanäle verbunden sind. Das dünn besiedelte Land ist überaus waldreich und man wähnt sich in einem Mittelgebirge. Steile ansteigende Hügel, kurvenreiche Straßen zu tief unten aus dem dichten Wald auftauchenden silbern funkelnden Seen, die wie in einem Talkessel liegen. Ab und zu sieht man ein verträumt sich in die Landschaft schmiegendes Dorf. Ausgeprägt steile Steigungen der Straßen folgen tiefe Einschnitte, an deren Abhängen abschüssige Abfahrten hinunter zu einem Rinnense führen. Deshalb wird dieser landschaftlich schönste und abwechslungsreichste Teil der Kaschubei die Kaschubische Schweiz genannt.

Die kaschubische Schweiz und die Kaschuben

Wer die „Blechtrommel“ des kürzlich verstorbenen Schriftstellers Günter Grass gelesen oder den gleichnamigen Spielfilm gesehen hat, erinnert sich an Anna Bronski, die kaschubische Oma des Protagonisten Oskar Matzerath. Die kaschubische Schweiz ist die Landschaft, aus der sie stammte. Sie beginnt direkt südwestlich von Danzig. Die westslawischen Kaschuben leben bis heute im kaschubischen Küstenland und der Kaschubischen Schweiz. An den zweisprachigen Ortsschildern ist das bis heute zu erkennen.

In der idyllischen Kaschubischen Schweiz, diesem Landstrich, in dem man bis heute die Nähe eines solchen großstädtischen Bereichs wie der Dreistadt (Trójmiasto) Gdingen, Danzig und Zoppot kaum je vermuten würde, haben sich bis heute viele kaschubischen Bräuche und Traditionen erhalten, auch die kaschubische Sprache ist hier noch lebendig.

Die Kaschubische Schweiz für Reisende

Berg Wiezyca Aussichtsturm © Polnisches Fremdenverkehrsamt
Berg Wiezyca Aussichtsturm © Polnisches Fremdenverkehrsamt

Diese einem Mittelgebirge gleichende Region unweit der Ostseeküste ist eine unvergleichliche Landschaft mit unberührter Natur. Da lohnt es sich unterwegs einmal anzuhalten und sich an einem der Aussichtspunkte einen Rundblick zu gönnen. Der beliebteste Aussichtsturm steht auf dem Turmberg (Wieżyca) und bietet einen traumhaften Fernblick.

Aber auch der Goldene Berg (Złota Góra), der Schlossberg (Zamkowa Góra) oder die Anhöhen Góra Jastrzębia und Tamowa Góra lohnen einen Stopp auf der Reise durch die kaschubische Schweiz. Doch eine Reise durch die Kaschubische Schweiz präsentiert nicht nur eine faszinierende Naturlandschaft, sondern lässt Ihre Reisenden ein kleines Volk und seine Lebensweise mit all seinen noch immer lebendigen Bräuche und Traditionen näher kennen.

Und diese Sehenswürdigkeiten sollten Ihre Reisenden nicht verpassen:

Karthaus (Kartuzy) – Hauptort und Zentrum der kaschubischen Schweiz

Karthaus ist die „Hauptstadt“ der Kaschubischen Schweiz. Wie der Name es ahnen lässt, ist der 6.000-Einwohner-Ort eng mit dem Karthäuser-Orden verbunden. In die Region geholt wurden sie von Johannes von Rusoschin, der auch Stifter des im 14. Jahrhundert erbauten Karthäuserklosters war. Die Kirche stiftete der reiche Kaufmann Johann Thiergart. Das Gotteshaus wurde im Jahr 1403 geweiht. Die barocke Kirche wurde später umgestaltet und erhielt Ende des 17. Jahrhunderts ihr prächtig verziertes geschnitztes Chorgestühl. Im Jahr 1733 wurde der Dachumbau vollendet, der das gotische Dach zu einer Art Sargdeckel umformte. Im Jahr 1823 löste die preußische Regierung das Kloster auf und beschlagnahmte das Ordensvermögen. Erhalten blieben vom ganzen Karthäuserkomplex nur die gotische Kirche mit ihrem barocken Sargdeckeldach, das Refektorium und eine der achtzehn Einsiedeleien, dazu noch ein Teil der ursprünglichen Klostermauer.

Besonders sehenswert ist die Kirche wegen ihrer reichen Ausstattung an gotischen und barocken Altären, des Chorgestühls, der Skulpturen und der Gemälde. Eine Sehenswürdigkeit ist auch der große Marktplatz mit den schönen Gründerzeithäusern.

Kaschubisches Museum  © Polnisches Fremdenverkehrsamt
Kaschubisches Museum © Polnisches Fremdenverkehrsamt

In Karthaus befindet sich in einer Villa aus dem 19. Jahrhundert das Kaschubische Museum, in dem viele Zeugnisse der kaschubischen Kultur und des traditionellen Kunsthandwerks ausgestellt. Auch die Alltagskultur kommt nicht zu kurz. Die Dauerausstellungen befassen sich mit der Fischerei und Landwirtschaft, dem Haushalt, sowie der Volkskunst in Gestalt der Hinterglasmalerei, der kaschubischen Keramik und Stickerei. Auch die Teufelsgeige wird präsentiert, das älteste Musikinstrument der Kaschuben. Dazu zeigt das Museum seine große, wertvolle Sammlung der Hauben kaschubischer Frauen.

Muzeum Kaszubskie w Kartuzach
ul. Kościerska 1
83-300 Kartuzy
E-Mail: muzeum@muzeum-kaszubskie.gda.pl
http://www.muzeum-kaszubskie.gda.pl/

Der Kaschubische Landschaftspark und das Keramikmuseum

Kurz hinter Karthaus beginnt östlich der Kaschubische Landschaftspark (Kaszubski Park Krajobrazowy) mit einigen Sehenswürdigkeiten wie dem Botanischen Garten in Gołub oder dem Keramikmuseum der Familie Necel Chmielno. Bei einer Fahrt durch den Park mit seiner fantastischen Seenlandschaft erkennt man die Struktur kaschubischer Dörfer und die Bauweise kaschubischer Häuser.

Töpfereimuseum Chmielno © Polnisches Fremdenverkehrsamt
Töpfereimuseum Chmielno © Polnisches Fremdenverkehrsamt

Unweit von Karthaus, in Chmielno, kann das Töpfereimuseum der Familie Necel besichtigt werden. Schon in der neunten Generation sind die Necels Töpfer und beherrschen noch die traditionelle kaschubische Keramikherstellung mit den typischen Mustern und Formen. Vasen, Krüge und viele andere Keramiken stellen die Necels her. Hier können Ihre Reisenden bei der Arbeit der Töpfer zuschauen.

Eine Ausstellung mit einer Auswahl ihrer Töpferarbeiten können im Obergeschoss bewundert werden. Hier entdecken Ihre Reisenden eine der letzten noch mit traditioneller Technik und originalen kaschubischen Mustern arbeitenden Töpfereien.

Muzeum Kaszubskiej ceramiki Neclów
83-333 Chmielno
ul. Gryfa Pomorskiego 65
E-Mail: necel@necel.pl
http://www.necel.pl

Der Weitsee-Landschaftspark mit dem Freilichtmuseum

Der 1983 gegründete Landschaftsschutzpark Weitsee (Wdzydzki Park Krajobrazowy) ist rund um vier große Seen mit zehn Inseln angelegt. Auf 178 km² Fläche finden sich hier insgesamt noch sage und schreibe 160 weitere Seen in einer durch die geringe Bevölkerungsdichte fast völlig unberührten Natur. Da diese Seenlandschaft mit der Schwarzwasser (Wda) verbunden ist, gilt sie auch als Dorado für Paddler und Segler. Der Weitsee wird auch das „kaschubische Meer“ genannt und ist einer der größten und schönsten Seen Polens. Unbedingt sehen sollten Ihre Reisenden das zentrale Kreuz der Seen in Wzdidzen (Wzdydze). Genießen Sie mit Ihren Reisegästen das Panorama dieser traumhaften Seenlandschaft vom Aussichtspunkt in Wzdidzen.

Wdzydzki Park Krajobrazowy
ul. Świętojańska 5E
83-400 Kościerzyna
E-Mail: wpk@pomorskieparki.pl
http://www.pomorskieparki.pl

Besonders sehenswert im Nationalpark ist das Freilichtmuseum in Wzdidzen (Wdzydze Kiszewskie.) Die Armut war groß in der Kaschubei zum Ende des 19. Jahrhunderts, in der abgelegenen dünn besiedelten Landschaft gab es nicht genug Arbeitsplätze und so wanderten die kaschubischen Einwohner des kleinen Orts Wzdidzen (Wdzydze Kiszewskie) am kreuzförmigen Weitsee (Jezioro Wzdydze) aus. Das menschenleere Dorf in der Nähe von Berent (Koscierzyna) wurde auf Initiative von Teodora und Izydor Gulgowski bereits im Jahr 1906 zum Freilichtmuseum und ist somit Polens ältestes Freilichtmuseum.

Im Freilichtmuseum am Golluhner See (Gołuń-See) können Ihre Reisenden alte Holzhäuser besichtigen, wie sie in allen kaschubischen Dörfern zu finden waren. Auf einer 22 ha großen Fläche ist ein ganzes Dorfensemble errichtet worden, das aus Bauernhäusern und Katen, Wirtschaftsgebäuden wie Ställen und Scheunen, Windmühlen, einer Schmiede, anderen Handwerksbetrieben, sowie einer Dorfschule und einer Dorfkirche aus dem 17. Jahrhundert besteht. Wie viele andere Bauten wurden auch sie in einem Dorf (Swornegacie) abgebaut, und im Freilichtmuseum wieder aufgebaut. Insgesamt besteht das kaschubische Dorf des Freilichtmuseums aus 45 Bauten, die alle originalgetreu kaschubisch ausgestattet sind. Ihre Reisenden werden sich hier auf eine Zeitreise begeben und vieles entdecken, wovon Oma noch erzählte. Dazu ist das kaschubische Dorf in eine wunderbare Natur eingebettet und malerisch am See gelegen.

Muzeum – Kaszubski Park Etnograficzny
im. Teodory i Izydora Gulgowskich
we Wdzydzach Kiszewskich
E-Mail: muzeum@muzeum-wdzydze.gda.pl
www.muzeum-wdzydze.gda.pl

Mein Tipp: Lassen Sie Ihren Reisenden unbedingt Zeit für die grandiose Landschaft und die ursprüngliche Natur der Kaschubischen Schweiz. Irgendeiner der Aussichtspunkte liegt bestimmt an Ihrer Reiseroute: Halten Sie dort doch für ein paar Minuten, und lassen Sie Ihre Reisegäste den wunderbaren Rundblick über die kaschubische Landschaft genießen.

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  1. Polen soll ja viel zu bieten haben und wie ich hier lese stimmt das auch. Vor allem ist es da auch noch günstig im Vergleich zu anderen Ländern. Nächster Urlaub ist somit in Polen.

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