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Polen für Entdecker Teil 1: Stadtspaziergänge, die das unbekannte Breslau zeigen

Wrocław (Breslau), Ostseite des Rathauses mit astronomischer Uhr. Copyright : Polnisches Fremdenverkehrsamt
Breslau (© Polnisches Fremdenverkehrsamt)

Polen hat viele schöne Orte zu bieten. Davon werden aber auf normalen Touren bestenfalls die Hauptsehenswürdigkeiten vorgestellt. Doch gibt es abseits des touristischen Mainstreams einiges bisher Unentdecktes. Für Reiseanbieter sind es gerade diese Entdeckungen, die das eigene Programm von den Angeboten der Konkurrenz unterscheiden. Wir möchten Ihnen ein paar dieser bisher unentdeckten Schätze vorstellen. Wir beginnen in diesem Artikel mit Breslau.

Weitere Artikel der Serie „Polen für Entdecker“ werden folgen. Hier zeigen wir das Unbekannte im Bekannten: Die versteckten Schätze und kleinen Perlen sowie außergewöhnlichen Menschen, die dort leben. Genau das ist es oft, was das Flair eines Ortes eigentlich ausmacht.

Natürlich sind alle unsere vorgeschlagenen Begegnungen, Ausflüge und Rundgänge für Sie als Reiseveranstalter so ausgesucht, dass sie gut in Ihre Reiseprogramme (zum Beispiel auch in unsere Breslau-Städtereise) zu integrieren sind. Dabei beraten wir von brylla reisen Sie auch gerne ganz individuell. Aktions-Angebote für Breslau haben wir auch im Programm.

Heute beginnen wir unsere Artikelserie mit der schlesischen Metropole Breslau, die im Jahr 2016 Europäische Kulturhauptstadt ist. Es geht dabei um Unentdecktes in der Altstadt und ihrer Umgebung. Mit den von uns ausgesuchten fünf Stadtspaziergängen lernen Ihre Reisenden Breslau von einer ganz anderen Seite kennen und entdecken Bekanntes aus einem anderem Blickwinkel.

Stationen aus Breslaus Geschichte

Beginnen wir mit einem nicht allzu langen Stadtspaziergang, der am pl. Nankiera an der Kathedrale des

Kathedrale Hl. Vincent (Foto: © Erdmann)
Kathedrale Hl. Vincent (Foto: © Erdmann)

Hl. Vincent (Katedra św. Wincentego) seinen Anfang nimmt. Er wird „Ścieżka historii“, Weg der Geschichte, genannt und bietet eine kurzweilige Geschichtsstunde. Auf dem Weg erinnern derzeit 19 in das Granitpflaster eingelassenen Tafeln aus Bronze an die wichtigsten Daten der Stadtgeschichte. Von der Gründung eines Bistums im Jahr 1000 über die Verleihung des Magdeburger Stadtrechts 1241 und den Mongolensturm im gleichen Jahr, den Anschluss ans Königreich Böhmen 1335, den Beginn der Habsburger Herrschaft in Schlesiens Metropole 1526, die Gründung der Universität Breslau 1702, den Beginn der preußischen Herrschaft in Breslau 1741, den Eisenbahnanschluss 1842, den Bau der Jahrhunderthalle 1913, den Sturm auf die Festung Breslau und die Zerstörung der Stadt 1945 bis hin zur Jahrhundertflut von1997 und zum Spielort Breslau bei der Fußball-Europameisterschaft 2012. Dazu braucht es nur ein paar weiterführende Informationen, die ein Reiseleiter an den Tafeln vortragen kann. Fertig ist die Geschichtsstunde der anderen Art, und Ihre Reisenden haben einen guten Überblick über die Geschichte der Hauptstadt Schlesiens.

Rundgang um die ganze Altstadt Breslaus

Im Ganzen absolviert, dauert dieser zweite Rundgang rund fünf Stunden. Er kann jedoch auch gut abschnittsweise durchgeführt werden. Damit eignet er sich als Empfehlung für einen freien Tag Ihrer Reisenden, oder als fakultativer Ausflug. Dazu kann variiert werden, welche auf diesem Weg liegenden Sehenswürdigkeiten besichtigt werden sollen. Unser Tipp: Wenn Sie daraus eine geführte Tour machen, erzählen Sie an den Sehenswürdigkeiten die Geschichten hinter der Geschichte des Objekts. Der Rundgang um die Breslauer Altstadt lässt Ihre Reisenden die schönsten Blicke und Einblicke sowie tolle Stadtpanoramen kennen. Sie werden auf dem größtenteils am Wasser entlang führenden Weg entdecken, dass Breslau eine Stadt des Wassers ist – mit malerischen Inseln, wunderbaren Blicken über die Oder und ganz ungewohnten und faszinierenden Einblicken in die Altstadt sowie Anblicken der Sehenswürdigkeiten aus ganz anderer Perspektive..

Ścieżka historii we Wrocławiu – kapitulacja Festung Breslau (1945). Quelle: Wikimedia, Panek
Gedenkplatte Kapitulation Festung Breslau (Wikimedia, Panek)

Der Weg beginnt mit dem Überschreiten des Stadtgrabens (Fosa Miejska), dort wo die ul. Piotra Skarga beginnt. Ihre Gäste biegen gleich rechts hinter der Brücke auf die Uferpromenade ein (Promenada Staromiejska) ein. Dort geht es zum Partisanenhügel hinauf, der die alte Bastion Sakwowy ausmacht. Heute ein parkähnliches Gelände mit vielen romantischen Ecken. Diese Bastion war ein wichtiger Teil der Kämpfe von 1945, als in den alten Festungskerkern die Festungs-Kommandantur untergebracht war. Weiter geht es immer am Wallgraben entlang nach Norden zur ul. Oławska, die unterquert wird. Hier befanden sich alte Stadttore und die Stadtmauer aus dem 15. Jahrhundert. Rechts sehen Ihre Reisegäste an der ul. Podwale prächtige Gründerzeitbauten, links die Shoppingmall Galeria Dominikańska. Weiter geht es auf der Altstadtpromenade zu Polens einzigem Postmuseum (Muzeum Poczty i Telekomunikacja), das hinter der ul. Słowackiego in Sicht kommt. Weiter führt die Altstadtpromenade durch den Słowacki-Park mit Sehenswürdigkeiten wie dem Panorama Racławicka, hundert Meter rechts dem Nationalmuseum mit der Gondelbucht davor und links der Bastion Ceglarski bis hin zur Oder. Weiter nach Westen geht es auf dem Bulwar Xawerego Dunikowskiego an der Oder entlang. Ein kleiner Schlenker nach links, und gleich drei Kirchen kommen in Sicht. Kurz danach passiert man die Universität mit der Aula Leopoldina und das Ossolineum. Weiter geht es an der Oder entlang auf der ul. Nowy Świat, entlang an einen Renaissance-Gebäude, dem 1459 erbauten Stadtmuseum. Nun folgt man der Nikolaistraße (ul. Św. Mikołaja), bis auf auf den Bulwar Tadka Jasinskiego eingebogen wird, der wieder schön im Grünen am Stadtgraben entlang führt. Der Weg endet an der ul. Świdnicka.

Breslaus Wiegen: Sandinsel und Dominsel

Breslauer Inseln, Quelle: Wikimedia (CC)
Breslauer Inseln (Wikimedia (CC))

Breslaus Wiege stand nicht etwa auf irgendeinem Hügel auf dem Festland, sondern mitten in der Oder auf der Sandinsel (Wyspa Piasek) und der Dominsel Ostrów Tumski, die für Feinde schwer zugänglich waren. Der Rundgang erkundet die beiden Inseln, auf denen Breslau vor 1000 Jahren entstand. Er beginnt auf der Sandbrücke (most Piaskowy), die zur Sandinsel führt. Dort geht es weiter auf dem bulwar Piotra Włostowica an der Oder entlang. Links steht das Gebäude der Universitätsbibliothek auf der Sandinsel und die 1334–1440 erbaute, auch Sandkirche genannte, Kirche St. Maria auf dem Sande, die eine der ältesten gotischen Kirchen Polens ist. Zuvor stand hier bereits eine romanische Kirche. Ein kleiner Abstecher führt über die Mühlenbrücke auf die Mühleninsel (Wyspa Młyńska) zur über 600 alten Jahre Mühle „Maria“. Weiter führt der Weg über die Dombrücke Most Tumski hinüber zur Dominsel, dem ersten Herz Breslaus. Links kommt die gotische Peter- und Paulskirche aus dem 15. Jahrhundert ins Sicht. Dahinter steht die St. Martinskirche aus dem 13. Jahrhundert. Nahe dieser Stelle wurde nach der Gründung des Bistums Breslau im Jahr 1000 die erste herzogliche Burg errichtet. Voraus liegt der Plac Kościelny mit der zweigeschossigen Stiftskirche Heiligkreuz und St. Bartholomäus aus dem 13. Und 14. Jahrhundert mit ihrer ungewöhnlichen zweigeschossigen Kirchenform. Nur wenige Schritte weiter ist man auf dem Plac Katedralny mit dem Johannes dem Täufer geweihten Breslauer Dom angelangt, der ab 1244 erbaut wurde. Noch immer gehören seine 98 Meter hohen Doppeltürme zu den höchsten Bauten der Stadt und bieten von der Aussichtsplattform einen fantastischen Ausblick. Wer mag, kann nun noch im etwas nördlich gelegenen botanischen Garten entspannen.

Das geheimnisvolle Breslau

Die meisten Menschen lieben Geschichten, Mythen und Legenden und erkunden gern Sehenswürdigkeiten, die mit spannenden oder auch skurrilen Überlieferungen verbunden sind. Das Schöne daran: Sie können Plätze, in denen Breslau mythisch, schaurig oder geheimnisvoll erschient auch einzeln und ergänzend in Ihr Breslau-Programm integrieren. Unsere Vorschläge für Sie:

Der Brunnen der Zwerge am Plac Teatralny, die „Orange Alternative“ und die Verhaftung der Nikoläuse

Auch heute noch werden märchenhafte Figuren geschaffen, die Menschen helfen – wie die einst die in Polen „krasnoludki“ genannten Zwerge. Zwerge sind ja im Zentrum Breslaus allgegenwärtig. Lassen Sie Ihre Gäste hier entdecken, was es mit den Zwergen auf sich hat. Viele Breslauer schwören nämlich darauf, dass es sie noch immer gibt. Der Brunnen der Zwerge am Plac Teatralny setzt ihnen ein Denkmal. An ihre Hilfe für unterdrückte Menschen erinnert das nahe Denkmal für die „Orange Alternative“ während der Solidarność-Zeit, an deren pfiffigen Widerstand und an die Verhaftung der Nikoläuse an der ul. Świdnicka. Erzählen Sie Ihren Reisenden diese Geschichte zum Schmunzeln.

Die Mühlenbrück – Eine Brücke bringt die Inquisition zu Fall

Mühlenbrücke (Foto: © Erdmann)
Mühlenbrücke (Foto: © Erdmann)

Im April 1503 wurde auf Anordnung der Inquisition eine Wasserprobe durchgeführt. Der Tradition entsprechend wurde eine der Hexerei verdächtige Frau in einen Mantel verschnürt und ins Wasser geworfen. Sie wurde in flaches Wasser getrieben und überlebte. Es war das letzte „Gottesurteil“ dieser Art in Breslau. So kam die Inquisition, die  auch in Polen erhebliches Unheil angerichtet hatte, in Polen zu Fall.

 

Das Powodzinka-Denkmal und Mieszko I.

Eine weitere Brückengeschichte berichtet von der Universitätsbrücke und dem Powodzianka-Denkmal. Dort trafen sich 965 Mieszko I. und die böhmische Herzogin Dubrawka zum ersten Mal. An der Mündung der Ohle wurde angeblich die Vermählung der beiden und Mieszkos Taufe durchgeführt. Mieszko ließ alle Götzenbilder in der Oder ertränken und dies war der Beginn der polnischen Tradition des Marzanna-Ertränkens am Frühlingsanfangs. Die Oder aber wurde zum Schicksal der Stadt, der Kampf gegen das Hochwasser begleitete die Geschichte.

Der Bahnhof von Breslau und seine Unterwelt

Zahlreiche Legenden ranken sich um den 1857 fertiggestellten Hauptbahnhof von Breslau. Vor allem über die Zeit des 2. Weltkriegs gibt es viel Geheimnisvolles. Ein Tunnel beginnt mit einer Treppe im Gebäude und führt auf den Platz vor dem Bahnhof. Die restlichen Gänge und der größte Teil des alten Luftschutzbunkers sind noch unentdeckt. Auch ein unterirdisches fünfstöckiges Krankenhaus soll sich unter dem Bahnhof befinden. Andere Geschichten berichten von einem unterirdischen Bahnhof und Zügen, die kostbare Frachten aus der Stadt transportiert haben sollen. Noch fantastischere Legenden berichten von einer Zugverbindung zum Bunkersystem Riese im Eulengebirge.

Breslaus Brücken und Inseln

Lassen Sie Ihre Reisenden selbst entdecken, warum Breslau das „Venedig des Nordens“ genannt wird. Dieser Stadtspaziergang führt Ihre Reisenden von Brücke zu Brücke, lässt sie tolle Panoramen genießen und erkennen, dass Breslau eine Stadt der Inseln ist. Ihre Gäste lernen auf diesem Spaziergang die einzigartige Lage der Odermetropole mit den schönsten Oderbrücken, den herrlichen Inseln und ganz nebenbei den schönsten Stadtpanoramen im Stadtzentrum kennen. Der Spaziergang beginnt an der Mieszczańskie Brücke im Norden und endet an der Szczytnicki-Brücke im Süden. Der Spaziergänger kann ab und zu das Ufer über eine Brücke wechselnd fast immer direkt am Wasser entlanggehen. Natürlich können Sie für diese Tour auch kürzere Abschnitte wählen. Alternativ und nicht minder schön ist eine Tour mit der Breslaus „Weißer Flotte“, bei der Ihre Reisenden genau diesen Abschnitt vom Wasser aus genießen. Direkt an der Szczytnicki-Brücke befindet sich der Anleger einer der Breslauer Reedereien. Dadurch, dass es mehrere Reedereien gibt, finden Sie so ziemlich für jede Ausflugsidee einen Partner. Wir von brylla reisen helfen Ihnen gern.

Möchten Sie eine Gruppenreise nach Breslau oder eine Rundreise mit Breslau als Station organisieren? Kontaktieren Sie mich und mein Team. Ihr Marek Brylla.

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