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10 noch geheime Tipps für Polenreisen (Teil 1)

Gate of the Branicki Palace in Bialystok, Poland. © Nightman1965 - FotoliaUnser Tipp für Reiseveranstalter: Erfinden Sie Ihr Reiseangebot neu, ohne Bewährtes aufzugeben. Wem das gelingt, der schafft es, sich von seinen Wettbewerbern abzusetzen. Er erschließt mit Reisen abseits des Mainstreams neue Kundengruppen und bietet seinen Kunden konstante Qualität.

Mein Team von brylla reisen unterstützt Sie dabei – auch mit diesem Blogartikel in drei Teilen, in denen wir Ihnen 10 noch geheime Tipps für Polenreisen vorstellen. Mit den Destinationen können Sie bekannte Reise ergänzen oder ein komplett neues Reisepaket „Unbekanntes Polen“ zusammenstellen. Gerade für solche neuen Reiseziele können Sie sich ganz auf unsere Leistungen und unseren Qualitätsanspruch verlassen!

1. Zamość – Renaissancestadt und Padua des Ostens

Zamosc at night - Poland. © Doin Oakenhelm - Fotolia
Zamosc bei Nacht © Doin Oakenhelm – Fotolia

So viel italienische Renaissance würde man tief im Südosten Polens in der Woiwodschaft Lublin kaum vermuten. Und doch: Die Renaissancestadt Zamość steht seit 1992 auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Der damalige polnische Großkanzler Jan Zamoyski wollte für sich und die Seinen nicht nur ein Schloss, sondern drum herum gleich eine ganze Stadt bauen, in der es sich gut leben ließ. So beauftragte er den italienischen Star-Architekten des 16. Jahrhunderts Bernardo Morando, eine Stadt im damals modernen Renaissancestil auf dem Reißbrett zu entwerfen und zu bauen. Dann ging alles ganz schnell: 1580 wurde die Stadt gegründet, nach ihrem Gründer Zamoyski Zamość benannt und binnen weniger Jahrzehnte stand sie – Geld spielte keine Rolle. Die Stadt lag günstig im Schnittpunkt der alten Salz- und Bernsteinstraßen, die bis zum Schwarzen Meer führten. So zog Zamość bald armenische, griechische, jüdische und deutsche Händler an und blühte rasch auf.

Was man sich zu jener Zeit als „ideale Stadt“ verstand, kann heute noch in Zamość besichtigt werden. Einzigartig ist diese Stadt nicht nur wegen der Lage so weit im Osten. Es ist die mit traumwandlerisch sicherem Stilempfinden gelungene Einbeziehung südlicher und östlicher Stilelemente wie die reichen Giebelverzierungen der Häuser armenischer Patrizier.

Vom Zentrum der Altstadt, dem quadratischen Großen Markt (Rynek Wielki) ist Zamość leicht zu erschließen. Um ihn herum sind die Straßen und Gassen schachbrettartig angelegt. Weithin sichtbar dominiert wird der Große Markt vom um 1600 erbauten Rathaus mit dem gut 50 Meter hohen Uhrenturm und der weit ausladenden und geschwungenen 1768 fertig gestellten Freitreppe. Der Große Markt ist von prächtigen Bürgerhäusern mit reich verzierten Fassaden und italienisch anmutenden Laubengängen umstanden. In den prächtigen armenischen Patrizierhäusern am Großen Markt ist heute das Museum zur Stadtgeschichte untergebracht. Der Markt ist Schnittpunkt der beiden großen Magistralen des Stadtentwurfs. Die eine verbindet das Zamoyski-Palais mit der Bastion VII der alten Stadtbefestigung. Die zweite verbindet den Wassermarkt (Rynek Wodny) und den Salzmarkt (Rynek Solny) miteinander.

Mein Tipp: Zeigen Sie Ihren Reisenden die von Bernardo Morando entworfene dreischiffige Kirche St.Thomas mit dem Tintoretto-Gemälde und der Zamoyski-Krypta, bummeln Sie mit ihnen durch die Straßen zu den Resten der 1866 geschliffenen Festungsanlagen mit dem Lemberger, dem Lubliner und dem Szczebrzeszyner Tor und zeigen sie ihnen auch die Gegend um den Wasser- und den Salzplatz. Eine besondere Sehenswürdigkeit ist die Rotunde. Hier lohnt es innehalten und zu gedenken, denn hier wurden im 2. Weltkrieg von den deutschen Besatzern 8.000 Menschen gefangen gehalten und ermordet. Besonders der 45.000 aus der Region deportierten Kinder, von denen nur wenige überlebten, wird dort gedacht.

2. Podlachien – Polens Multikultiregion im Nordosten

Die Region Podlachien liegt direkt an den Grenzen zu Litauen und Weißrussland und ist selbst für viele Polen ein gänzlich unbekanntes Terrain. Dabei ist auch außerhalb der Hauptstadt Białystok eine reiche Kultur durch die ethnischen Minderheiten zu finden.

Residenzstadt Tykocin

Tykocin - town square, Polish Cities © plrang - Fotolia
Tykocin © plrang – Fotolia

Ein Zentrum jüdischen Lebens in der Region war einst die barocke Residenzstadt Tykocin. Juden stellten noch Anfang des 19. Jahrhunderts fast drei Viertel der Einwohner. Erhalten von der reichen jüdischen Kultur blieb die 1642 errichtete barocke Synagoge im Stadtzentrum. Heute dient die Synagoge als Museum der Jüdischen Geschichte. Bereits seit 1522 gibt es den jüdischen Friedhof im Westen der Stadt, er wurde im Zweiten Weltkrieg stark zerstört. Ebenfalls ein sehenswertes Barockgebäude ist die Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit die (Kościół Trójcy Przenajświętszej) und das Bernhardiner-Kloster. Ein weiteres Highlight ist das Schloss aus dem 16. Jahrhundert.

Zamek w Tykocinie
ul. Puchalskiego 3
16-080 Tykocin
http://zamekwtykocinie.pl

Puńsk – Hauptstadt der litauischen Minderheit
Puńsk direkt an der litauischen Grenze gilt als „heimliche Hauptstadt “ der litauischen Minderheit. Wie es sich als Litauer auf dem Land so lebte in dieser Region, und viel über die litauische Kultur vermittelt das Ethnographische Museum und das am Stadtrand gelegene Museumsdorf „Skansen w Puńsku“. Das sehenswerte Freilichtmuseum zeigt traditionelle litauische Bauernhäuser, Werkzeuge und Arbeitsgeräte auch im Einsatz

Muzeum Litewskiego Centrum Kultury Ludowej w Puńsku
ul. Szkolna 67
16-515 Puńsk
http://www.punsk.com.pl

Sejny – multikulturelles Zentrum der Region
Sejny ist das multikulturelle Zentrum der Region. Hier lebten Polen, Juden und Litauer friedlich zusammen. Das ehemalige Dominikanerkloster aus dem frühen 17. Jahrhundert ist ein kleines Juwel und ist eines der wenigen Renaissance-Gebäude im hohen Nordosten Polens. Auch die Klosterkirche Mariä Heimsuchung (Kościół Nawiedzenia Najświętszej Maryi Pannej) wurde 1619 als Spät- Renaissancebau fertig gestellt, aber schon 1710 barock umgebaut. Seit 1632 ist in der dreischiffigen Basilika die Madonna von Sejny zu bewundern. Reminiszenz an die jüdische Vergangenheit ist die 1865 erbaute „Weiße Synagoge“ mit neogotischen und neoklassizistischen Stilelementen.

Urząd Miasta Sejny
ul. Józefa Piłsudskiego 25
16-500 Sejny
sejny@um.sejny.pl
http://www.um.sejny.pl

Bohonki und Kruszyniany – auf den Spuren der Tataren
Wenn Sie mit Ihren Reisenden Richtung Bohonki oder Kruszyniany fahren, wundern Sie sich nicht, wenn Sie dort in der Abgeschiedenheit einen Muezzin zum Gebet rufen hören. So können Ihre Reisenden in Podlachien sogar Exotisches erleben. Diese beiden Dörfer nämlich sind das traditionelle Zentrum der Tataren, genauer gesagt sind es die Lipka-Tataren, wie die Tataren in Litauen auf Krimtatarisch genannt wurden. Tataren lebten hier bereits seit dem 14. Jahrhundert. Als bewährte Kämpfer bekamen sie im 17. Jahrhundert das Siedlungsrecht mit vielen Privilegien vom polnischen König Jan III Sobieski. So sind die beiden Moscheen die außergewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten der Region. In Kruszyniany gibt es dazu den größten muslimischen Friedhof in Polen und ein tatarisches Gasthaus.

Muzułmańska Gmina Wyznaniowa
w Kruszynianach
Kruszyniany – meczet
16-120 Krynki

3. Bialystok – Einen Hauch vom Osten auf Themenrouten erleben

Gate of the Branicki Palace in Bialystok, Poland. © Nightman1965 - Fotolia
Schloss Bialystok © Nightman1965 – Fotolia

Białystok, die Hauptstadt der Woiwodschaft Podlachien liegt ganz im Nordosten Polens an der Biala, hat rund 300.000 Einwohner und war in seiner Geschichte immer ein Schmelzstiegel der Kulturen. Noch zur Wende zum 20. Jahrhundert lebten hier Tataren, Weißrussen, Russen, Polen und Juden. Nur jeder fünfte Einwohner sprach damals Polnisch als Muttersprache, aber fast zwei Drittel sprachen Jiddisch. Heute sind 97% der Bewohner Polen, der Rest Weißrussen. Nur knapp tausend Juden überlebten den Holocaust.

Erstmals erwähnt wurde die Stadt im 16. Jahrhundert und gehörte ab 1665 der Adelsfamilie Branicki, die Białystok zur Residenz ausbaute. Das Stadtrecht erhielt Białystok erst 1692. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts blühte die Stadt auf, die nun an der Zollgrenze zwischen Kongresspolen und Russland lag. Händler aus vielen Regionen Europas kamen und machten Białystok zum Schmelztiegel der Kulturen. Kein Wunder also, dass hier Ludwik Zamenhof das Esperanto erfand. In Białystok gibt es viel zu sehen, vom Branicki-Palais über den barocken Dom, der „weiße Kirche“ genannt wird, das Rathaus, das heute Sitz des Museums Podlachiens ist, und natürlich die Lipowa- Strasse, die Flaniermeile der Stadt.

Mein Tipp für Białystok: Lassen Sie Ihre Reisenden die Stadt bei verschiedenen Themenführungen erkunden, die Sie maßgeschneidert je nach Interessenlage Ihrer Gruppe buchen können.

„Auf den Spuren der Familie Branicki“ beginnt beim Branicki-Palais und führt zu Orten, die eng mit den Branickis verbunden sind. Die „Route der sakralen Denkmäler” lässt den ganzen einstigen kulturellen Reichtum der Stadt erahnen. Sie führt zu den einstigen Synagogen, zum muslimischen Gebetshaus, und zu katholischen und orthodoxen Kirchen. Die „Route der Holzarchitektur” zeigt Holzhäuser, wie sie typisch für den Baustil der Region waren. Die „Fabrikantenroute” zeigt Białystoks große Blütezeit mit historischen Tuchfabriken und prächtigen Fabrikantensitzen.

Multimedialne Centrum Informacji Turystycznej
Pałac Branickich
ul. Jana Kilińskiego 1
15-089 Białystok
http://odkryj.bialystok.pl/

Seien Sie gespannt auf Teil 2 des Blogbeitrages „Unbekanntes Polen – 10 noch geheime Tips für Polenreisende“.

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