Bustouristik im Trauertal?

Marek Brylla von brylla reisen

Marek Brylla von brylla reisen

Heute befasse ich mich mit folgender Frage: Befindet sich die Bustouristik im Trauertal? Laut der Konjunkturumfrage des „Bundesverband deutscher Omnibusunternehmer“ für 2017/2018 gibt es einen Gewinneinbruch in der Bustouristik (unter Bustouristik verstehe ich hier den Gelegenheitsverkehr). Demgegenüber schweben Anbieter im Busfernlinienverkehr auf Wolke 7. Sie haben erneut gestiegene Gewinne verzeichnet und gehen von einem steigenden Trend aus.

Ob und welche Folgen das für den Busreisemarkt insgesamt haben könnte, das möchte ich in diesem und in folgenden Artikeln beleuchten. Natürlich ist mein Blickwinkel speziell auf die Destination Polen ausgerichtet. Ich bin sicher, dass ich da mit dem ein oder anderen Tipp für Sie aufwarten kann.

Die Idee

Die Idee für die Artikelserie kam mir beim diesjährigen Besuch der ITB. Das Messegelände liegt in direkter Nähe zum ZOB in Berlin. Als ich die Ausmaße der dortigen Baumaßnahmen zur Erweiterung und Modernisierung des ZOB sah, ging mir folgender Gedanke durch den Kopf: Welche Auswirkungen hat das Wachstum im Linienfernverkehr auf die Bustouristik? Brechen hier Kundengruppen weg, weil sie auf den Service des Bustouristikers verzichten und ihre Reisen flexibel und noch kostengünstiger auf eigene Faust organisieren?

Nach der Heimkehr von der ITB habe ich begonnen, dazu zu recherchieren. Dabei fiel mir viel Material in die Hände. Einige Erkenntnisse aus diesem Material möchte ich mit Ihnen teilen. Und damit es nicht zu trocken wird, streue ich in den folgenden Artikeln zum Themenkomplex „Busreisemarkt im Umbruch“ auch ein paar gelungen Praxisbeispiele und Experteneinschätzung ein. Lassen Sie sich überraschen.

Kernerkenntnisse

Übergreifend haben sich für mich vier Kernerkenntnisse ergeben zum Wandel des Busreisemarkts ergeben:

  1. Busreisen erfreut sich steigender Beliebtheit. Das gilt insbesondere für den Linienfernverkehr. Aber auch die Bustouristik hat eine große und stabile Fangemeinde. Wie sonst lässt sich erklären, dass laut der bereits erwähnten Konjunkturumfrage 76% der Reisebusunternehmen eine zumindest stabile Umsatzentwicklung für sich sehen?
  2. Die Ansprüche der treuen Kunden der Bustouristiker sind vergleichsweise stabil. Die größte Herausforderung für den Bustouristiker bei dieser Zielgruppe scheinen im steigenden Preisdruck, der auch durch den Linienfernverkehr beeinflusst wird, und im Anstieg von Betriebs- und Personalkosten zu liegen.
  3. Es lassen sich neue Zielgruppen für Bustouristiker erschließen. Meine Vermutung ist, dass das auch mit der steigenden Beliebtheit des Linienfernverkehrs zusammenhängt – auch wenn das erstmal widersprüchlich klingen mag.
  4. Die politischen Rahmenbedingungen für Busreisen insgesamt sind grundsätzlich positiv. Denn im Vergleich zum PKW und dem Flugzeug schonen Busreisen Natur und Umwelt. Politische Herausforderungen für einzelne Bustouristiker bestehen allerdings in konkreten Umwelt- und Sozialstandards.

Insgesamt kristallisiert sich für mich ein differenziert-positives Bild für die Geschäftstätigkeit der Bustouristiker in den nächsten Jahren heraus.

Diese Einschätzung möchte ich in den folgenden Artikeln anhand meiner vier Kernerkenntnisse tiefer beleuchten. Ich freue mich gerade bei diesen Artikeln natürlich auf Ihr lebendiges Feedback. Vielleicht ergibt sich sogar eine kleine Diskussion im Kommentarbereich. Aber selbstverständlich können Sie mich und mein Team auch persönlich oder via Internet kontaktieren.

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