Hotline: +49 (0) 911 42 63 61

Die Route der Leuchttürme (Teil 1)

Leuchtturm Stilo
Leuchtturm Stilo

Sommer, Sonne, Salz in der Luft und der Blick auf das weite Meer. Das alles weckt die Sehnsucht nach allem, was hinter dem Horizont liegt. Das alles weckt Seefahrtsromantik und Fernweh. Und diese Gefühle verstärken sich in der Nähe eines Leuchtturms. Leuchttürme sind Inbegriff der Seefahrt. Sie bieten einen ausgezeichneten Fernblick. Vor allem aber geben sie Orientierung auf See und erleichtern die Navigation in Küstengewässern. Ohne die blinkenden hohen Signale gäbe es kein sicheres Ansteuern eines Hafens.

Damit sie ihre Funktion erfüllen können, sind alle Leuchttürme einzigartig. Ihr Äußeres inklusive der Farbgebung, Reihenfolge und Zahl der Streifen muss unverwechselbar sein wie auch die Taktung und Farbe des Signallichts. Das ermöglicht dem Kapitän den einzelnen Leuchtturm im Seehandbuch auch ohne Hilfsmittel eindeutig identifizieren und damit sicher navigieren zu können. Deshalb gibt es an der ganzen Ostseeküste keine Leuchttürme, die verwechselt werden können.

In Zeiten moderner Navigationsmittel wie Satellitennavigation und GPS nimmt ihre Bedeutung für die Seefahrt jedoch ab. So kam man auf die Ideen sie mehr und mehr touristisch zu nutzen, zumal Leuchttürme wegen ihrer tollen Aussicht ohnehin eine große Anziehungskraft auf Touristen haben.

Polen mit seinen fast 500 Kilometern Ostseeküste ist da wie geschaffen für eine Leuchtturmroute, die faszinierende und besonders schöne Leuchttürme umfasst, die auch besichtigt werden können. Zur Leuchtturmroute gehören Leuchttürme der polnischen Ostseeküste von Swinemünde (Świnoujście) an der polnisch-deutschen Grenze bis hin nach Kahlberg (Krynica Morska) auf der Frischen Nehrung an der polnisch-russischen Grenze. Besichtigt werden können 17 dieser Leuchttürme.

Ich möchte Ihnen hier kurz die schönsten und für Ihre Reisenden attraktivsten dieser Leuchttürme in der Reihe „Die Route der Leuchttürme“ vorstellen:

Leuchtturm Swinemünde
Leuchtturm Swinemünde

Leuchtturm Swinemünde (Świnoujście)

Man hat noch einmal genau nachgemessen: Mit 64 Metern ist der Leuchtturm von Swinemünde auf der Wellenbrecheranlage an der Swinemündung nicht nur der höchste Leuchtturm Polens sondern der ganzen Ostseeküste. Der 1857 in Dienst gestellte Leuchtturm sitzt mittig auf einem dreigeschossigen Gebäude mit den Leuchtturmwärterwohnungen auf. Daher blinkt die Lichtanlage auf 68 Metern Höhe über dem Meeresspiegel und hat eine Reichweite von 25 Seemeilen. Neben der Technik im Turm sind weitere technische Räume in einem südlich gelegenen Gebäude untergebracht.

Der Turm überstand den Zweiten Weltkrieg, da der Leuchtturmwärter den Befehl zur Sprengung nicht ausführte. Die 300 Stufen Aufstieg zur Aussichtsplattform führen zu einem grandiosen Ausblick über die Stadt und die Küstenlandschaft, der im Westen bis nach Deutschland reicht.

Latarnia morska Świnoujście
ul. Bunkrowa 1
72-601 Świnoujście

Leuchtturm Horst
Leuchtturm Horst

Leuchtturm Horst (Niechorze)

Der Leuchtturm von Horst gilt als schönster Polens und ist obendrein malerisch ganz am Rand eines 20 m steil abfallenden Kliffs gelegen. Er wurde1863-1868 auf einem quadratischen Sockel mit 13 m Seitenlänge als achteckiger, schlanker und 45 m hoher Turm errichtet, an den unten rechts und links zwei kleine zweistöckige Wohnhäuschen für die Leuchtturmwärterfamilien angebaut sind. Über einem Gesims mit freiliegendem Umlauf wurde die Lichtsignalanlage mit einer Reichweite von 20 Seemeilen aufgesetzt. Der Turm überstand den 2. Weltkrieg unbeschädigt und ging 1948 wieder in Betrieb. Als schwierig aber erwies sich aber die Lage am Kliff, das aufwändig mit Betonbändern gesichert werden musste.

Mein Tipp: Im 2012 eröffneten Miniaturen-Park der Polnischen Leuchttürme (Park Miniatur Latarni Morskich) in Niechorze finden Ihre Reisenden 29 Modelle sowohl von noch im Betrieb befindlichen, als auch von historischen Leuchttürmen an der polnischen Ostseeküste. Alle diese Leuchtturmmodelle sind den Originalen detailgetreu im Maßstab 1:10 nachgebaut.

Latarnia morska
ul. Polna 30
72-350 Niechorze

Park Miniatur Latarni Morskich w Niechorzu
Ludna 16
72-350 Niechorze
http://park-miniatur-latarni.pl/de/

Leuchtturm Kolberg
Leuchtturm Kolberg

Leuchtturm Kolberg (Kołobrzeg)

Der Leuchtturm von Kolberg steht östlich der Persante unweit ihrer Mündung in die Ostsee an der Wellenbrecheranlage des Hafens. Leuchtfeuer wurden hier bereits im 17. Jahrhundert urkundlich belegt. Sie wurden angezündet, wenn sich ein Schiff dem Hafen näherte. Ein Dauerbetrieb wurde erst im 19. Jahrhundert durch den Einsatz von Rapsöl möglich. Im Jahr 1774 wurde dort, wo heute der Turm auf den Festungsresten zu sehen ist, die Feste Kolberg fertiggestellt. Im Jahr 1899 wurde ein Leuchtturm auf dem Hügel neben der Festungsanlage erbaut, der aber bereits 1909 ersetzt wurde. Dieser Leuchtturm stand dort bis zum März 1945, als er von deutschen Pioniertruppen gesprengt wurde, da er einen weithin sichtbaren Zielpunkt für die Artillerie bot.

Schon 1945 begann man mit dem Bau des neuen, heutigen Leuchtturms an einem nur wenig geänderten Standort, um die Fundamente der einstigen Festung nutzen zu können. Der 1981 grundsanierte Leuchtturm steht daher mitten auf der alten Grundfläche der Festung und nicht mehr vor ihr. Er ist 26 m hoch und hat eine Reichweite von rund 16 Seemeilen. Im Untergeschoß ist heute ein kleines Mineralienmuseum eingerichtet, an der Spitze hat man auf der Aussichtsplattform einen schönen Blick über Meer, Flussmündung, Strand und Stadt.

Latarnia morska
Morska 1
78-100 Kołobrzeg

Leuchtturm Funkenhagen
Leuchtturm Funkenhagen

Leuchtturm Funkenhagen (Gąski)

Unweit von Groß Möllen (Mielno), dem Seebad in das die Kösliner mit der Straßenbahn fuhren, steht seit 1878 der Leuchtturm von Funkenhagen (Gąski). Der achteckige Turm wurde aus den für Preußen typischen roten Backsteinziegeln gebaut und ist 49,2 m hoch. Die Signallichtanlage ist auf 50,1 m Höhe eingebaut. Ursprünglich mit Petroleum und einer Fresneloptik betrieben, wurde 1927 die elektrische Beleuchtung eingeführt. Mit der heutigen modernen Lichttechnik hat der Leuchtturm eine Reichweite von 23,5 Seemeilen. Im Jahr 1948 wurde der im Zweiten Weltkrieg fast unzerstört gebliebene Leuchtturm wieder in Betrieb genommen. Heute kann die Aussichtsplattform über eine Wendeltreppe erreicht werden und bietet einen grandiosen Blick über die Seebäder bei Köslin und das Meer.

Latarnia morska Gąski
Gąski 41
76-034 Sarbinowo

Print Friendly, PDF & Email

Wie hilfreich war dieser Beitrag?

Klicke auf die Sterne um zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 5 / 5. Anzahl Bewertungen: 1

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.