Hinterpommern – Auf den Spuren alter Gutsherrenhöfe

Schloss Lekow (© wildtruthuhn)

Schloss Lekow (© wildtruthuhn)

In „Hinterpommern – Auf den Spuren alter Gutsherrenhöfe“ möchte ich Ihnen eine Landschaft näherbringen, die aus der Zeit gefallen scheint. Dichte Wälder, scheinbar nicht enden wollende Felder und immer wieder tiefblaue Seen. Ab und zu ein verträumtes Dorf und etwas abseits ein Gutshaus. Hier können Ihre Gäste viele alte Dinge (wieder-)entdecken und wirklich zur Ruhe kommen. Wo das am besten geht, erfahren Sie im Blogartikel – oder Sie wenden sich persönlich an mich und mein Team: wir helfen Ihnen.

Hinterpommern – Das Land der großen Güter

Die stille hinterpommersche Landschaft beginnt nur wenige Kilometer hinter der Ostsee und steht in Kontrast zum bunten Treiben und Trubel der Seebäder. Dieses Land ist ein Paradies für Erholungssuchende, Radurlauber, Wanderer und Paddler. Es ist ein landwirtschaftlich geprägtes Land und war schon vor dem Krieg das Land der Großagrarier. Dies war eine Landschaft der großen Güter und der Gutshäuser, die oft auch kulturelle Leuchttürme im weiten Land waren. Ein Name steht besonders für diese ostelbischen Landadligen oder „Junker“, wie man sie auch nannte: Otto von Bismarck, einst preußischer Ministerpräsident und Reichskanzler.

Allein in der Woiwodschaft Westpommern befinden sich fast 700 Herrenhäuser oder deren Ruinen. In ganz Hinterpommern gibt es heute etliche mit viel Liebe zum Detail wiederaufgebaute Herrenhäuser. Etliche werden rein privat genutzt, viele aber sind als Hotels oder Schlosshotels der Allgemeinheit zugänglich, andere sind zu Begegnungszentren geworden. Warum das so ist? Polens Werte und Prägungen stammen nicht so sehr aus dem Bürgertum, sondern vor allem aus dem Landadel, der Szlachta. Bis heute ist daher der Lebenstraum vieler Polen, zu leben wie der Landadel und einen eigenen Dworek zu haben, einen Landsitz mit Gutshaus.

Schlosspark-Krokowa (© Dawid-Galus)

Schlosspark-Krokowa (© Dawid-Galus)

Deshalb gibt es in Polen so viele Enthusiasten, die es auf sich nehmen, die nicht selten halbverfallenen einstigen Gutshäuser, Landsitze und Schlösser pommerscher Adelsfamilien liebevoll zu restaurieren und aus dem Dornröschenschlaf zu erwecken. Viele werden als Schlosshotels oder kleine Landhotels genutzt – immer mit einem unvergleichlichen Flair. Dort können Ihre Reisenden Schlafen wie die Grafen und ein Stück vom damaligen Leben in den Gutshäusern erleben.

Schlosshotels und Landhotels in Gutshäuser im westlichen Hinterpommern

Gut Lekow (Lekowo) liegt im Grenzgebiet zur Neumark rund zehn Kilometer von Schivelbein (Świdwin) weitab von allen Durchgangsstraßen etwa 50 km südlich von Kolberg (Kołobrzeg). Das in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts zu Zeiten des Großen Kurfürsten im Renaissancestil erbaute Schloss der Familie von Lekow – auch Leckow geschrieben – wurde von der Familie Sinapius prächtig restauriert und von der Stiftung Philocultura gefördert.

Das Gut liegt weltvergessen zwischen rundlichen Hügeln von Wäldern umgeben am herrlichen Lekower See. Hier übernachten Ihre Reisenden stilecht in persönlicher Atmosphäre und erleben wie das Leben auf Lekow früher war, erfahren viele Geschichten und Anekdoten rund um das Gutsleben. Natürlich gehört auch eine Führung durch das Schloss dazu mit vielen Informationen über die früheren Besitzerfamilien. Mit dem Gutshaus in Lekow ist nicht nur ein kleines Schloss wiedererstanden. Hier wird deutlich, dass ein Gut mit all seinen Nebengebäuden und den dort arbeitenden Menschen ein kleiner Kosmos für sich war.

In der Umgebung befanden sich einige weitere Güter: vom Schloss Stargordt ist noch die Fassade erhalten, vom Herrenhaus Molstow im Kreis Regenwalde die Ruine. Molstow wurde nach Entwürfen von Friedrich Karl Schinkel 1810 nach dem Vorbild Schloss Lekow entworfen. Ein ebenfalls liebevoll restauriertes Gutshaus aus dem 19. Jahrhundert findet sich wenige Kilometer südwestlich in Rützenhagen (Rusinowo). Es ist in der typischen Bauweise kleinerer Herrenhäuser seiner Zeit erbaut und dient als stilecht eingerichtetes kleines Landhotel.

Gut Ribbekardt (© Waldemar-Sieńko)

Gut Ribbekardt (© Waldemar-Sieńko)

Gut Ribbekardt (Rybokarty) liegt im Kreise Greifenberg (Gryfyce) nur 30 km von der Ostsee entfernt und ist ein weiteres typisches pommersches Herrenhaus. Das Gutshaus in Ribbekardt (Rybokarty) hat seine Ursprünge im Anfang des 17. Jahrhunderts und wurde im 18. Jahrhundert im Barockstil umgebaut. Sein heutiges Aussehen erhielt der Bau im 19. Jahrhundert, als man ihn im romantisierenden neogotischen Stil umgestaltete. Zwischen 1992 und 2005 wurde das Gutshaus von einer polnischen Familie wiederaufgebaut, restauriert und zum Hotel mit stilvollen Gästezimmern und zwei romantischen Turmzimmern mit Traumblick umgestaltet. Das Herrenhaus ist unweit eines Sees in waldreicher Umgebung gelegen.

Themenreise – Auf den Spuren Bismarcks

Otto von Bismarck wurde in Polen nicht eben als Freund des Landes betrachtet. Das lag insbesondere an seiner mit Härte durchgeführten Germanisierung in den von Preußen annektierten Gebieten und seiner ablehnenden Haltung gegenüber dem Katholizismus. Doch sehen die Menschen in Pommern das heute ganze entspannt, und betrachten diesen Teil der Nachbarschaftsgeschichte als Vergangenheit. So wird heute niemand mehr schief angesehen, wenn er das Leben Bismarcks vor Ort erkunden will.

Otto von Bismarck wurde 1815 in Schönhausen in der Altmark geboren und verbrachte seine Jugendjahre in Kneiphof (Konarzewo) in Westpommern. Das dortige Gutshaus besteht nur noch in Ruinenresten. Im nahen Külz (Kulice) befindet sich das barocke Herrenhaus von Otto von Bismarcks älterem Bruder Bernhard, das heute wieder grundlegend saniert ist und etliche Jahre als Bildungs- und Begegnungszentrum der Stiftung “Europäische Akademie Külz-Kulice” fungierte. Heute ist das Gutshaus im Besitz der Universität Stettin (Szczecin) und wird als Begegnungsstätte mit neuem Konzept unter Führung des Instituts für angewandte Geschichte als Zukunftswerkstatt weitergeführt.

Die für Bismarcks Leben wohl wichtigste Station in Pommern war das Gut in Varzin (Warcino) im Kreis Stolp (Słupsk), das er 1867 gekauft hatte. Es beherbergt heute eine Forstschule, wurde aber mit Ausnahme der Räume für den Schulbetrieb auch für interessierte Besucher geöffnet. Führungen, die auch das Arbeitszimmer Bismarcks umfassen, können arrangiert werden. Zugänglich ist der weitläufige Park mit dem Hundefriedhof, kleinen Wanderwegen und Lehrpfaden.

Bismarck Schloss Varzin (© Cezarde62)

Bismarck Schloss Varzin (© Cezarde62)

Diese Themenreise zum Thema Bismarck ist auch leicht innerhalb einer Reise zum Badeort Stolpmünde (Ustka) zu realisieren. Dort nämlich befindet sich die prächtige Sommerresidenz des „Eisernen Kanzlers“. Die heutige „Villa Red“ gilt noch immer als architektonische Perle des Badeorts und fungiert als Hotel.

Eine weitere schöne Gelegenheit in einem veritablen Schloss zu übernachten, ist das nahe Schloss Krockow in Krokowa im Kreis Stolp (Słupsk). Dort befindet sich heute ein Hotel mit stilvoller Innenausstattung und ein Begegnungszentrum. Auch ein wunderbarer Park und ein Schlossmuseum gehören zum Ensemble.

Sowohl im westlichen als auch im östlichen Hinterpommern finden sich zahlreiche interessante Schlösser, Schlosshotels und Landgüter mit Herrenhäusern. Von der Vielzahl der Möglichkeiten konnte ich Ihnen hier nur einige Anregungen geben. Mehr arbeiten wir für Sie zielgruppengenau aus.

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