Polens Süden kulinarisch

SchlesischesHimmelreich (© Rob1977)

SchlesischesHimmelreich (© Rob1977)

Mit dem Artikel Polens Süden kulinarisch setze ich meine Tour durch Polens ausgezeichnete Küche fort. Mein Schwerpunkt liegt dabei auf tollen Speisen und Restaurants in Schlesien und dem Krakauer Raum. Aber auch sonst finden Sie in Polens Süden hervorragende traditionelle Küche.

Für Ihre kulinarisch interessierten Reisenden stellen wir gerne individuelle Angebote zusammen. Fragen Sie einfach mein brylla-Team.

Kulinarisches aus Schlesien

Schlesien als Grenzregion hat über eine lange Zeit hinweg viele Einflüsse aus Deutschland, Böhmen, Mähren, Polen und Österreich aufgenommen und zu eigenständigen Regionalküchen entwickelt. Dabei sind durchaus Unterschiede zwischen Niederschlesien und Oberschlesien zu beobachten. Die niederschlesische Küche war über die Jahrhunderte weit enger mit der böhmisch-österreichischen Küche verbunden als die oberschlesische. Nach dem Krieg brachten die vielen Neusiedler aus Polens ehemaligen Ostgebieten – vornehmlich aus dem Raum Lemberg (Lviv, Lwów) – viele neue Gerichte aus ihrer heimatlichen Küche nach Schlesien.

Niederschlesien und Breslau

Generell fällt an der niederschlesischen Küche die häufige Verwendung von Kartoffelklößen auf. In Niederschlesien zogen die Pierogi daher erst nach dem Krieg mit den Neusiedlern ein. In Oberschlesien waren Pierogi immer heimisch. Die heutige Küche Niederschlesiens ist also seit dem Krieg deutlich polnischer geprägt als vorher. Doch immer mehr Köche besinnen sich auch traditioneller niederschlesischer Spezialitäten wie „schlesisches Himmelreich“ oder „Mohnklößen“. Auch „Rindsrouladen mit Rotkohl“ und „schlesische Weißwurst“ findet man vor allem in allen Touristengebieten auf vielen Speisekarten.

Besonders in den Restaurants der Kurorte am Riesengebirge finden Ihre Reisenden noch viele zeitgenössisch umgesetzten niederschlesischen Spezialitäten, dort auch mit böhmischen und mährischen Einflüssen. Ein Beispiel dafür ist das Restaurant „Hof zur alte Mühle“ (Zagroda w Starym Mlynie) an der ul. A. Fredry in Bad Kudowa (Kudowa Zdrój). In dem denkmalgeschützten alten Mühlengebäude wird eine ausgezeichnete kreative Küche mit regionalen Bezügen serviert. Vor allem die Fischgerichte sind zu empfehlen, denn die Fische stammen ausnahmslos aus den eigenen Fischteichen.

Schlesische Weißwurst (© Asio otus)

Schlesische Weißwurst (© Asio otus)

In den modernen urbanen Gegenden finden sich zahlreiche Restaurants, in denen eine moderne, frische und nicht mehr so mächtige polnische Küche serviert wird. Das gilt insbesondere für die schlesische Metropole Breslau (Wrocław). Eines der beliebtesten Restaurants in Breslau ist die Minibrauerei Spiż in einem Kellergewölbe am Rathausmarkt (Rynek Ratusz), in dem sich schon vor dem Krieg ein Gastronomiebetrieb befand. Der Bierbrauer Bogdan Spiż hat dort ein Restaurant mit Brauerei, Pub und Sommerbiergarten eingerichtet. Zu den sechs selbst gebrauten verschiedenen Biersorten gibt es dunkles Brot mit Schmalz. Im Restaurant werden sehr gelungene Kombinationen aus polnischer und schlesischer Küche sowie schlesische Klassiker wie Rouladen mit schlesischen Kartoffelklößen und Rotkohl serviert.

Schlesischer Wein

Hätten Sie gedacht, dass in Schlesien und dem Lebuser Land Wein angebaut wird? Es war schon fast vergessen, doch seit Jahrhunderten wurden im Raum Grünberg (Zielona Góra) und anderen Regionen in Schlesien Wein angebaut. Zeugnisse aus dieser Zeit finden sich bis heute im Weinbaumuseum in Grünberg.

Nun gibt es wieder mehr als 100 Winzer in Schlesien und dem Lebuser Land. Seit 2005 ist Polen wieder anerkanntes EU-Weinbauland. Vor allem Sorten, wie Pinot Noir, Riesling oder Chardonnay werden von kreativen Winzern angebaut. Als führend gelten das Weingut Jaworek (Winnice Jaworek) in Neumarkt (Środa Śląska) und das südlich von Breslau gelegene Weingut Adoria des Kaliforniers Mike Whitney.

Auch attraktive Weinfeste gibt es – z.B. das alljährlich Anfang September stattfindende Weinlesefest „Winobranie“ in Grünberg (Zielona Góra). Ein Besuch beim Weinfest oder auf einem Weingut ist leicht in Ihre Busreise nach Schlesien einzubauen. Denn Grünberg liegt ohnehin fast auf dem Weg. Wir vom brylla-Team finden mit Ihnen zusammen die ideale „Wein-Ergänzung“ für Ihre Zielgruppe.

Oberschlesiens Küche und Restaurants

Im Raum Oberschlesien, also den heutigen Woiwodschaften Oppeln (Opole) und Schlesien (Śląsk), war die Küche durch die Nähe zu Polen und den vielen polnischstämmigen Schlesiern schon immer polnischer geprägt als in Niederschlesien. So finden Ihre Reisenden dort auch alles, was die allgemeine polnische Küche ausmacht.

Doch auch hier gibt es bis heute auch regionale Spezialitäten. Dazu zählen die „Ei-Eintropfsuppe“ ist, die es fast genauso in Österreich gibt, die speziellen oberschlesischen „Gummiklösel“ (kluski śląskie) aus geriebenen Kartoffeln, Eiern und Speisestärke, das „Häckerle“ (Hekele) – ein Brotaufstrich aus durchgedrehtem und mit gehacktem Ei und Gurken vermischtem Salzhering, die „Mohnklösel“, die oberschlesischen Mohnsemmeln und die Sauermehrsuppe Żur śląski.

Kluski śląskie (© Piotrus)

Kluski śląskie (© Piotrus)

Sehr gute zeitgemäße schlesische und polnische Küche finden Ihre Busreisenden in der Kattowitzer Altstadt im schönen rustikalen Ambiente des Restaurants „Tatiana“ in der ul. Staromiejska. Ähnliches gilt für das Restaurant „Beatris“ an der ul. 3 Maja in Wisła und das „Sielanka“ an der ul Marii Konopnickiej in Ustron.

Krakau – Spitzenküche und Habsburger Einflüsse

Sie ahnen es: Essen in Krakau bietet mehr als nur die auch in Deutschland bekannte schmackhafte Krakauer Wurst. Die feine Gastronomie hat Krakau längst erreicht. Zur Spitzengruppe im Gault&Millau-Führer gehört das „Restaurant Copernikus“ im gleichnamigen Krakauer Nobelhotel in der ul. Kanonicza. Das „Szara Gȩś“ am Rynek Głowny serviert ebenfalls ausgezeichnete polnische Küche im historischen Ambiente.

In Krakau werden Besucher auch kulinarisch viele Spuren der Habsburgerzeit entdecken. Hintergrund ist, dass Krakau nach der 3. Teilung Polens 1795 als Teil des Kronlands Galizien dem Habsburger Reich Österreich-Ungarn zugeordnet war. In der galizischen Küche finden sich daher viele speziell galizische Varianten von Gulasch und Wiener Schnitzel. Pieroggen-Varianten gibt es mit Füllungen aus Frischkäse und Kartoffeln.

Vor allem die süßen Mehlspeisen und Verführungen aus Österreich wie der Kaiserschmarrn und der Palatschinken sind in Krakau zu finden. Auch die Wiener Kaffeehaustradition wurde in Krakau heimisch. Den süßen Himmel auf Erden finden ihre Reisenden im Kaffeehaus „E. Wedel Chocolate Lounge“ am Rynek Glowny.

Auch die jüdische Küche hat in Krakau wieder Einzug gehalten. Im einstigen jüdischen Stadtteil, in dem heute auch wieder jüdisches Leben zu finden ist, gibt es Restaurants mit authentischer koscherer jüdischer Küche. Empfehlen Sie Ihren Reisenden z.B. das kleine Restaurant „Dawno Temu na Kazimierzu“ in der ul. Szeroka. Im „Klezmer Hois“ ebenfalls in der ul. Szeroka können Ihre Busreisegäste koschere Küche und Klezmer Musik genießen.

Karpatenvorland, Beskiden und die Hohe Tatra kulinarisch entdecken

Vor allem die Küche der Goralen bietet dem Reisenden im bergigen Süden um Zakopane zahlreiche ganz eigenständige Überraschungen. Am bekanntesten ist wohl der Oscypek. Hierbei handelt es sich um einen Hartkäse aus Schafsmilch mit natürlicher Rinde, der von Schafbauern in der Tatra-Region hergestellt wird. Gegrillt und mit Preiselbeeren oder Waldbeerenmarmelade serviert, ist der Oscypek eine leckere Vorspeise. Ein einfaches aber sehr schmackhaftes Gericht sind Klusecki, kleine Kartoffelklöße mit gebratenen Zwiebeln.

Oscypek (© Pawel Swiegoda)

Oscypek (© Pawel Swiegoda)

Neben der klassischen polnischen Küche verwöhnen zahlreiche Restaurants Ihre Busreisenden gern mit Lammgerichten in den vielfältigsten Varianten, denn die Goralen sind Schafzüchter. Gern wird der Oscypek auch zum Überbacken von Lammfleisch verwendet oder geraspelt in Salaten. Bigos auf Goralenart wird in dieser Bergregion gern in einem Brotlaib serviert.

Wer in Zakopane landestypische Spezialitäten in authentischem Ambiente bei Goralenmusik genießen will, ist im Restaurant „Bakowo Zohylina Niznio“ in der ul. park Miejski im. Marszalka Jozefa Pilsudskiego richtig. Im Restaurant „Marzanna“ in der ul. Oswalda Balzera wird in Zakopane ausgezeichnete lokale Küche in rustikalem Ambiente serviert.

Haben Sie Fragen oder möchten eine Beratung, wie Sie meine Tipps in Ihr Reiseprogramm integrieren können? Dann nehmen Sie gerne telefonisch oder per E-Mail mit dem brylla-Team Kontakt auf.

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