Die Top-10 Sehenswürdigkeiten in Masuren (Teil 1)

Schloss Niedzica Masuren. Foto: Polnisches FremdenverkehrsamtBesonders beliebt unter unseren Reiseangeboten sind Fahrten nach Masuren. Immer fragen Leser, die sich für Masurenreisen-Angebote interessieren, was man in Masuren bei einer Rundreise unbedingt gesehen haben sollte.
Das habe ich zum Anlass genommen, Ihnen einmal meine ganz persönliche Liste der Top 10 der Sehenswürdigkeiten in Masuren zusammenzustellen. Heute geht es aufsteigend los mit den Höhepunkten Masurens 10 bis 6, worunter sich bereits echte Highlights befinden. Im zweiten Teil des Artikels kommen – ganz wie es die Spannungskurve verlangt – die Top-5. Aber startet wir heute mit einer idyllischen Hauptstadt und enden mit einem traumhaften Naturerlebnis zwischen Wäldern und Wasser.

10. Allenstein (Olsztyn), die Woiwodschafts-Hauptstadt

Olsztyn, das alte Allenstein, hat seit dem Ende des Krieges bis zur Gegenwart ein gewaltiges Wachstum erlebt. Lagen die Einwohnerzahlen 1939 bei 46.000, liegen sie heute für die Hauptstadt der Woiwodschaft Ermland-Masuren bei knapp 180.000. Olsztyn, die durch die 30.000 Studenten sehr junge Stadt ist ganz im Grünen inmitten von fünf Seen sowie tiefen Wäldern gelegen und verfügt über Parkanlagen, durch die sich malerisch der Fluss Alle schlängelt. Es gibt viel zu sehen in Olsztyn, angefangen von schönen Gründerzeitvierteln, über etliche prächtige, über die ganze Stadt verteilte Kirchen, das Franziskanerkloster, eine Sternwarte, ein Theater. Sehenswert ist auch Bet Tahara, das Haus der rituellen Reinigung am jüdischen Friedhof, das vom Allensteiner Architekten Erich Mendelsohn erbaut wurde und heute Kulturzentrum ist. Ein Muss ist natürlich die Altstadt hinter dem Hohen Tor mit der St. Jakobikathedrale und dem Schloss mit dem sehenswerten Museum. Berühmtester Einwohner des Allensteiner Schlosses war der Astronom Kopernikus, der hier 1516–1519 und noch einmal 1520-1521 als Kapiteladministrator wirkte.

Mein Tipp: Olsztyn eignet sich hervorragend als Standort für Ihre Masurenreise, von hier aus können alle wichtigen Sehenswürdigkeiten im Rahmen eines Tagesausflugs angesteuert werden. Außerdem hat die Stadt eine ausgezeichnete touristische Infrastruktur.

Zamek w Olsztynie
Muzeum Warmii i Mazur w Olsztynie
ul. Zamkowa 2
10-074 Olsztyn
http://www.muzeum.olsztyn.pl/

9. Frauenburg (Frombork) und das Frische Haff

Frauenburg. Foto: Polnisches Fremdenverkehrsamt

Frauenburg

Die mächtige Kathedralfestung Frauenburg (Frombork) hoch über dem Frischen Haff wurde in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts erbaut. Der 1388 fertiggestellte Backsteindom mit den vier zierlichen Türmen war Wehrkirche und Dom zugleich und als Meisterwerk ermländischer Baukunst der bedeutendste Sakralbau des Ermlands. Die gotische Hallenkirche wurde mehrfach umgebaut, ihr Inneres erstrahlt heute in barocker Pracht. Größte Schätze der Kirche sind der Altar und die beeindruckende Orgel sowie das Grab des großen Astronomen Kopernikus der hier wirkte und 1453 in Frombork starb. Nicht verpassen sollten Ihre Reisenden den Kopernikusturm, das Planetarium im Glockenturm sowie das Kopernikusmuseum im Bischofspalast.

Mein Tipp: Lassen Sie ihre Reisenden eine Orgeldemonstration genießen und miterleben, wie das ganze Kirchenschiff ein einziger Klangkörper ist. Von Frombork aus lassen sich auch Schiffstouren auf dem Frischen Haff unternehmen.

Muzeum Mikołaja Kopernika,
ul. Katedralna 8
14-530 Frombork
http://frombork.art.pl/de/

8. Heilsberg (Lidzbark Warmiński) – Ordensburg und Sitz der Fürstbischöfe

Heilsberg, das heute Lidzbark Warmiński heißt, war einst Sitz des Fürstbistums Ermland. Bischof Johann von Meißen ließ 1350 dort eine Burg errichten. Bis heute gilt sie im ehemaligen Ordensstaat als die bedeutendste und schönste Burg nach der Marienburg, Als vom Deutschen Orden unabhängige Landesherren ließen die Fürstbischöfe die Ordensburg  an der Simsermündung bald zu einer veritablen Fürstenresidenz ausbauen. Man blieb aber beim typischen vierflügeligen Grundriss, auch der trutzige Bergfried und die drei schlanken Ecktürme blieben. Vor allem der erhaltene zweistöckige Kreuzgang gehört zu den architektonischen Highlights. Das Schlossmuseum zeigt das kulturell vielfältige Leben der schöngeistigen und wissenschaftlich gebildeten der Fürstbischöfe. Hier lebten Kopernikus und der polnische Dichter-Bischof Ignacy Krasicki.

Mein Tipp für Heilsberg: Lassen Sie Ihren Reisenden im Museum erleben, dass Ordensburgen auch Hochburgen der Kultur waren.

Muzeum Warmińskie w Lidzbarku Warmińskim
Pl. Zamkowy 1
11 -100 Lidzbark Warmiński
lidzbark.muzeum.olsztyn.pl

7. Lötzen (Giżycko) und die Feste Boyen

Gizycko. Foto: Polnisches Fremdenverkehrsamt

Gizycko

Giżycko, das einstige Lötzen, liegt auf einer Landenge zwischen dem Löwentinsee (Jezioro Niegocin) und dem Kissain-See (Jezioro Kisajno), die der mitten durch die Stadt führende Luczanski-Kanal verbindet. Damit ist auch eine Verbindung zwischen Mamry-See und Sniardwy-See gegeben. Die 32.000-Einwohner-Stadt am Wasser ist von Seen umgeben. Sie gilt als Polens Sommerhauptstadt und ist touristischer Mittelpunkt an Masurens Großen Seen. So ist Giżycko ein idealer Startpunkt für Schiffsausflüge mit der Weißen Flotte. Besonders die mehrstündige Tour zur Kormoraninsel ist auch für Gruppen interessant. Vom Schiff aus kann man die Tausende von Kormoranen gut beobachten. Sehenswert ist die evangelische Kirche in der Stadtmitte, deren Baupläne von Karl Friedrich Schinkel stammten. Eine Attraktion ist die alte preußische Feste Boyen (Twierdza Boyen), die im Ersten Weltkrieg eine große Rolle spielte. Darüber informiert das dortige Museum. Ein Spaziergang um die Feste ist zudem ein wunderbarer kleiner Waldausflug.

Mein Tipp: Machen Sie mit Ihrer Gruppe einen Halt am Lötzener Wasserturm. Der Blick von oben über die Seenlandschaft ist atemberaubend. Den Ausblick können auch Reisende genießen, die nicht so gut zu Fuß sind, denn es gibt dort einen Aufzug.

Twierdza Boyen
ul. Turystyczna 1
11-500 Giżycko
www.boyen.gizycko.pl

Centrum Promocji i Informacji Turystycznej
ul. Wyzwolenia 2
11-500 Giżycko
www.gizycko.turystyka.pl

6. Kruttinna (Krutynia) und der Masurische Landschaftspark

Der Fluss Krutyna. Foto: Polnisches Fremdenverkehrsamt

Der Fluss Krutinna (Krutynia)

Der Masurische Landschaftspark (Mazurski Park Krajobrazowy)  und die Krutynia  liegen mitten zwischen den unendlichen Wäldern der Johannisburger Heide (Puszcza Piska). Zentrum und Sitz der Parkverwaltung ist das Dorf Krutinnen (Krutyń), das nur scheinbar weit entfernt von  den Urlaubszentren versteckt in den Wäldern an der malerischen Kruttinna (Krutynia) liegt.
Der Masurische Landschaftspark nimmt eine Fläche von 53.655 ha ein und hat 11 Naturreservate. Bei der Parkverwaltung mitten im Ort ist ein informatives kleines Naturmuseum eingerichtet. In welche Richtung man von Krutyń aus auch geht: Man ist sofort im Wald. So gibt es hier herrliche Ausflugsmöglichkeiten, von Waldspaziergängen und Radtouren bis zu Kajakfahrten kann sich jeder dieses Naturparadies erschließen. Ein einmaliges Kleinod der Natur und Europas schönste Paddelroute ist die Krutynia mit ihrem glasklaren Wasser, ihrem Artenreichtum und den dichten Uferwäldern.

Mein Tipp: Kruttinnen (Krutyń) ist in wenigen Minuten von Mikołajki (Nikolaiken) aus zu erreichen, eignet sich aber auch für eine Übernachtung mit einer Gruppe. Von hier aus können Ihre Reisenden an einem freien Tag auf eigene Faust zu Fuß die Wälder der Johannisburger Heide erkunden. Auch Wojnowo mit dem Kloster der Altgläubigen und das Ernst-Wiechert-Museum in Piersławek sind nur wenige Kilometer entfernt.

Verband der Bootsstaker auf der Kruttinna “PERKUN”
Krutyń 4
11-710 Piecki
www.masuren-perkun.de

Mazurski Park Krajobrazowy
Krutyń 66
11-710 Piecki

Im Folgeartikel geht es weiter…

Hier finden Sie den zweiten Teil dieses Artikels zu den schönsten Ecken Masurens. Wir bedanken uns für die freundliche Unterstützung durch das Fremdenverkehrsamt Polens in Berlin, das die Fotos zur Verfügung gestellt hat. Für Reisen nach Masuren stehen wir gern zur Planung Ihrer Gruppenreise zur Verfügung.

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