Die Top-10 Sehenswürdigkeiten in Masuren (Teil 2)

Masuren. Foto: Polnisches Fremdenverkehrsamt.Im letzten Beitrag haben wir fünf besonders sehenswerte Ecken in der masurischen Seenplatte vorgestellt. Der Sehnsuchtsort Masuren ist nach wie vor eines der schönsten, exotischsten und naturnahesten Reiseziele, das wir uns vorstellen können. Exotisch natürlich auf eine Weise, die nichts mit Palmen und Strand, sondern eher mit Ursprünglichkeit und Authentizität zu tun hat. Diesmal geht es mit einer Kleinbahn namens Popp auf große Tour und steigert sich bis zu einem beeindruckenden Wallfahrtsort.

5. Fahrt mit der Lycker Kleinbahn (Ełcka Kolej Wąskotorowa)

Siegfried Lenz, der große deutsche Schriftsteller hat sie als „Eine Kleinbahn namens Popp“ in seinem Erzählband „So zärtlich war Suleyken“ verewigt, diese Kleinbahn in seiner Heimatstadt Lyck (Ełk). Und sie fährt wieder. Die Bahnstrecke entstand 1910-1917 und wurde 1992 zum technischen Denkmal erklärt. Sie fuhr aber noch bis zum Jahr 2000 im Liniendienst. Heute ist die Schmalspurbahn die Attraktion der masurischen Hauptstadt Lyck. Eine Fahrt mit der Ełska Kolej Wąskotorowa sollte mit einer Besichtigung des kleinen Museums beginnen. Dann geht es los und das Bähnchen setzt sich im Zuckeltrab in Bewegung. Vorbei geht es an verschlafenen Dörfern, mitten durch schattenspendende Wälder und durch die Felder und Wiesen der sanften Hügellandschaft mit den glitzernden Seen und vielen Störchen. Und immer gilt: Blumen pflücken während der Fahrt verboten.

Mein Tipp: Organisator der Kleinbahntrips ist das Ełker Zentrum für Sport und Erholung Mosir, Einzeltickets können Sie dort auf der Internetseite oder direkt per Mail vorbestellen. Gruppenfahrten werden dort auch relativ kurzfristig organisiert.

Ełcka Kolej Wąskotorowa
ul. Wąski Tor 1
19-300 Ełk
www.mosir.elk.com.pl

4. Das Freilichtmuseum Skansen Hohenstein (Olsztynek)

Das Freilichtmuseum Skansen Hohenstein (Olsztynek) unterrichtet über die ländlichen regionalen Bauweisen und das Landleben nicht nur der engeren Region, sondern des ganzen einstigen Ostpreußens. Dieses Ethnologische Museum wurde bereits 1913 im Tiergarten von Königsberg mit 20 Gebäuden eröffnet. Nach dem Bau des Tannenbergdenkmals wollte man die Region Hohenstein touristisch weiter stärken und beschloss 1937 das Museum dorthin zu verlagern und auszubauen. Auch nach dem Krieg wurde das Museum weitergeführt und kontinuierlich ausgebaut. Heute besteht es aus 75 Objekten aus Ermland und Masuren, dem Weichselland und Klein-Litauen. Zum so entstandenen Museumsdorf gehören voll eingerichtete Wohngebäude, eine Kirche, Ställe, Mühlen, eine Schmiede und weitere Wirtschaftsgebäude. Der ethnografische Park Skansen Olsztynek gilt heute als ältestes Freilichtmuseum ganz Polens und ist von Mitte April bis Ende Oktober geöffnet.

Mein Tipp: Das Museum unter freiem Himmel ist wie ein Ausflug in eine vergangene Welt mit einem schönen Dorfspaziergang auf dem weitläufigen Gelände. Besonders ältere Reisende werden hier Erinnerungen an die eigene Kindheit finden. Nicht versäumen sollten Ihre Reisenden die wundervoll ausgemalte kleine Holzkirche.

Muzeum Budownictwa Ludowego – Park Etnograficzny w Olsztynku
ul. Leśna 23
11-015 Olsztynek
www.muzeumolsztynek.com.pl

3. Der Oberlandkanal im westlichen Masuren

Oberlandkanal: Schiff auf dem Landweg. Foto: Żegluga Ostródzko-Elbląska

Oberlandkanal. Foto: Żegl. Ostródzko-Elbląska

Der Oberlandkanal (Kanał Ostródzko – Elbląski) in Westmasuren ist ein merkwürdiger Wasserweg. Dort nämlich fahren die  Schiffe über Land. Deshalb ist der Kanal ein europaweit einmaliges technisches Baudenkmal und ging schon 1860 in Betrieb. Wir berichteten schon einige Male darüber. Es wurde vom  Königsberger Baurat Georg Steenke zum Transport von Holz und landwirtschaftlicher Erzeugnisse zur Ostsee geplant. Der Kanal zwischen Osterode (Ostróda) und Elbing (Elbląg) ist Teil eines fast 200 Kilometer langen Wasserstraßensystems. Grandiose, ursprüngliche Natur und viel Wasser gibt es in Masuren überall. Besonders machen dieses Kanalsystem die fünf Strecken, auf denen die Schiffe über Land fahren, die auch Rollberge genannten schiefen oder geneigten Ebenen. Auf ihnen ziehen auf Schienen laufende Wagen die Schiffe über Land und das Ganze funktioniert nur durch die Fallkraft des Wassers. Das System dient zur Überwindung eines Höhenunterschieds von nahezu 100 Meter zwischen den Endpunkten Ostróda und Elbląg.

Mein Tipp: Lassen Sie Ihre Reisenden diese einmalige Schiffsreise durch die unberührte Natur genießen. Die gesamte Reise dauert elf Stunden, es sind aber auch Fahrten auf Teilabschnitten möglich, am besten Sie wählen die Tour bis zur jeweils ersten geneigten Ebene. Dort sind Buszufahrten möglich und Ihre Gäste können so bequem abgeholt werden. Auch können Ihre Reisenden dort sehen, wie das Schiff, mit dem sie kamen über Land fährt.

Żegluga Ostródzko – Elbląska Sp. z o.o.
ul. Mickiewicza 9a
14-100 Ostróda
www.zegluga.com.pl

2. Das Führerhauptquartier Wolfsschanze (Wilczy Szaniec)

Wolfsschanze Masuren. Foto: Polnisches Fremdenverkehrsamt Berlin

Wolfsschanze in Masuren

Das ehemalige Führerhauptquartier Wolfsschanze liegt in der Nähe des nur wenige Kilometer von Kętrzyn entfernten Dorfs Görlitz (Gierłoz) mitten in dichten masurischen Wäldern. Das ab 1940 hier erbaute größte der Führerhauptquartiere Hitlers war so selbst aus der Luft kaum auszumachen. Zwei Tage nach dem Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 zog Hitler ein. Im Januar 1945 wurde es von der Wehrmacht gesprengt, nachdem Hitler es schon im November 1944 verlassen hatte. Zum riesigen Komplex der Wolfsschanze gehörten zwei Flugplätze, ein Bahnhof, die komplette Energieversorgung, die Nachrichtenzentrale, ja selbst Freizeiteinrichtungen wie Offizierskasinos und ein Erholungsheim. Das Hochsicherheitssystem bestand aus drei Sperrbezirken, wobei der Sperrbezirk I  der Bereich mit der höchsten Sicherheitsstufe war und aus Hochbunkern für Hitler, Bormann, Göring, Keitel und Jodl  dazu Stabsstellenbunkern und Unterkünften für das Militär aller Truppengattungen bestand. Auch die Lagebaracke ist hier zu finden, in dem das Attentat vom 20. Juli 1944 stattfand. Der ganze Sperrbezirk I kann auf drei unterschiedlich langen, gut gekennzeichneten Wegen besichtigt werden.

Mein Tipp: Ein Besuch bringt Ihren Reisenden ein Stück Zeitgeschichte nahe, indem Sie ihnen die Gigantomanie des nationalsozialistischen Systems zeigen. Von dieser Planungs- und Befehlszentrale wurde der Vernichtungskrieg geleitet. Deutschsprachige Führungen können vorbestellt werden Empfehlen Sie Ihren Reisenden zudem, beim sommerlichen Rundgang einen Mückenschutz zu verwenden.

Wilcze Gniazdo 
Gierłoż
11-400 Kętrzyn
wolfsschanze.pl

1. Die barocke Wallfahrtskirche Heilige Linde (Święta Lipka)

Swieta Lipka - Heilige Linde. Foto: Polnisches Fremdenverkehrsamt

Swieta Lipka – Heilige Linde

Das Marienheiligtum Święta Lipka, die Wallfahrtskirche Heilige Linde, ist eine barocke Perle unter all der Backsteingotik der Region. Die Klosterkirche ist nicht nur ein Pilgerzentrum, sondern auch eine der prachtvollsten Barock-Kirchen in ganz Polen. Schon im 15. Jahrhundert entstand hier ein Marienheiligtum, die heutige Basilika wurde in den Jahren 1688 bis 1693 erbaut. Am Hauptaltar der Kirche ist das 1640 von Bartholomäus Pens gemalte Bild der Madonna von Heilige Linde zu sehen. Absolutes Highlight aber ist die Barockorgel mit den beweglichen Figuren, die 1721 in die Kirche eingebaut wurde. Die Wallfahrtskirche gehört zu einem von den Jesuiten geleiteten Klosterkomplex, zu dem auch der Kreuzgang und das Ordenshaus der Jesuiten gehören. Der Zugang zum Kirchhof erfolgt durch das prunkvoll geschmückte schmiedeeiserne Tor aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Mein Tipp: Auf der Webseite von Święta Lipka finden Sie die aktuellen Termine für die Orgeldemonstrationen. Richten Sie Ihre Tour doch so ein, dass Ihre Reisenden diese einmalige Orgel sehen und hören können.

Parafia Rzym. – Kat. p.w. Nawiedzenia NMP
Św. Lipka 29
11-440 Reszel
www.swlipka.org.pl

Weiteres Sehenswertes in Masuren

Bitte beachten Sie auch den ersten Teil dieses Artikels mit weiteren Höhepunkten in Masuren. Wir bedanken uns für die freundliche Unterstützung durch das Fremdenverkehrsamt Polens in Berlin, das die Fotos zur Verfügung gestellt hat. Für Reisen nach Masuren stehen wir gern zur Planung Ihrer Gruppenreise zur Verfügung.

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