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Zu sehen ist das Schloss in Kórnik, Bild: Jerzy Strzelecki
Kórnik, Schloss, Bild: Jerzy Strzelecki

Geheimnisvolle Schlösser und Burgen in Polen

Wenn Sie etwas Nervenkitzel und Abwechslung für Ihre Gruppenreisen nach Polen suchen, dürften „Geheimnisvolle Schlösser und Burgen“ das richtige für Sie sein. In diesem und einem weiteren Artikel möchte ich Ihnen jeweils drei besondere Schlösser und Burgen vorstellen. Besonders, weil sie geheimnisumwittert sind, etwas Geheimnisvolles in ihren Mauern verbergen oder Schauplätze spannender oder romantischer Legenden sind. Kurzum Schlösser und Burgen mit einer Geschichte. Meine Vorschläge eignen sich als Ziele für Zwischenstopps bei Ihren Busreiseprogrammen. Kommen Sie also mit auf die Reise und lassen Sie sich von meinen Vorschlägen inspirieren.

Das Schloss Kórnik bei Posen und seine „Weiße Dame“

Das neogotische Schloss Kórnik befindet sich rund 20 Kilometer südöstlich von Posen (Poznań) in der Woiwodschaft Großpolen. Es gilt als eine der schönsten Sehenswürdigkeiten in der Woiwodschaft Kleinpolen (Wielkopolska). Das Schloss ist in eine weitläufige Parkanlage eingebettet. Dort liegt es fotogen und malerisch in einem 40 Hektar großen Arboretum und wird von mehr als 3.000 Baumarten umsäumt. Da es von einem Burggraben geschützt ist, ist das das Schloss ausschließlich über eine Zugbrücke erreichbar.

Zu sehen ist das Schloss in Kórnik, Bild: Stanisław Nowak Poznań Poland
Kórnik, Schloss, Bild: Stanisław Nowak Poznań Poland

Die Anfänge der Burg finden sich im Mittelalter, als die Familie Górka im 14. Jahrhundert mit dem Bau des Familiensitzes begann. Im 16. Jahrhundert wurde die mittelalterliche Burg zu einem Renaissanceschloss umgebaut.

1732 wurde Teofila Szołdrska-Potulicka Eigentümerin des Schlosses. Sie ließ es zu einer Barockresidenz umbauen. Besser bekannt wurde Szołdrska-Potulicka übrigens als „Weiße Dame“. Ihr Portrait hängt heute im Speisesaal. Im ebenfalls nach ihren Vorstellungen neu angelegten Garten gab es eine Seidenraupenzucht mit Maulbeerbäumen.

Noch einmal großzügig umgebaut wurde das Schloss im 19. Jahrhundert vom damaligen Besitzer Tytus Działyński. Er vertraute seinen Entwurf keinem Geringeren als Friedrich Karl Schinkel an.

Letzter Besitzer von Schloss Kórnik war Władysław Zamoyski. Er vermachte das Schloss im Jahr 1924 über die Kórnik Stiftung dem polnischen Volk. Heute wird das Schloss als Museum genutzt.

Legendenumwittert sind allerdings nicht die letzten Schlossbesitzer, sondern die „Weiße Dame“. Denn Teofila Szołdrska-Potulicka verharrt nur tagsüber starr auf ihrem Portrait im Speisesaal. Nachts soll sie als weiß gewandeter Geist im Schlossgarten umherstreifen. Nach legendenartigen Erzählungen soll sie nachts auch in Begleitung eines Ritters durch den Park reitend gesehen worden sein.

Der Hintergrund für diese Legendbildung scheint unüblicherweise ein positiver zu sein. Denn Teofila Szołdrska-Potulicka hatte zu Lebzeiten viel Gutes bewirkt. Deshalb wurde sie sehr betrauert und aus der Trauerbewältigung heraus bildeten sich die Geschichten über sie. Lassen Sie Ihre Reisenden bei einem Besuch mehr über die „Weiße Dame“ erfahren.

Die Burg in Rössel und die letzte Hexe

Rössel (Reszel) liegt 55 Kilometer nordöstlich von Allenstein. Im Jahr 1353 wurde die dortige Burg Eigentum der Bischöfe von Ermland.

Zu sehen ist die Ordensburg mit Kirche in Rössel, Bild: Krystian Cieślik scaled
Rössel, Ordensburg mit Kirche, Bild: Krystian Cieślik scaled

In den Jahren 1350-1401 wurde hoch über dem Fluß Zaine (Sajna) in mehreren Bauabschnitten eine Burg errichtet. Sie bestand aus zum Quadrat aneinandergebauten Flügeln und maß 43×45 Meter. Charakteristisch ist der weithin sichtbare gewaltige runde Bergfried, der auf einem quadratischen Sockel steht.

Mit dem Übergang an Preußen wurde in der Burg ein Militärgefängnis eingerichtet. Doch schon 1806 und 1807 erlitten Burg und Stadt bei zwei Bränden verheerende Schäden. Die alte Ordensfestung wurde 1822 der evangelischen Kirche übergehen. Sie ließ an Stelle eines südlichen Burgflügels eine evangelische Kirche errichten.

Die beiden Weltkriege überstand die Burg ohne größere Schäden. Seit 1958 wird sie als Kulturzentrum genutzt. Doch erst 1976 bis 1985 fand eine gründliche Sanierung der Burg statt.

Heute beherbergt sie ein Hotel, ein Restaurant und eine Galerie. Die unzerstörte mittelalterliche Stadt und ihre Burg zog schon immer Künstler an. Diese können ihre Werke in der Burggalerie ausstellen sowie in der Burg wohnen und arbeiten.

Geheimnisumwittert ist die Burg aufgrund der letzten Hexenexekution Europas im Jahr 1811. Nach den beiden verheerenden Bränden 1806 und 1807 wurden Schuldige gesucht.

Man fand Barbara Zdunk. Sie war eine ledige Mutter mit vier Kindern und wurde schon länger der Zauberei und Hexerei bezichtigt. Genau damit habe sie die Feuer gelegt, lautete die Anschuldigung. Barbara Zdunk wurde wegen Brandstiftung zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt. Dieses Urteil wurde sogar durch Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. bestätigt.

Zu sehen ist die Ordensburg mit Kirche in Rössel, Bild: Gliwi
Rössel, Ordensburg mit Kirche, Bild: Gliwi

In der Folge wurde Barbara Zdunk auf dem Galgenhügel verbrannt, nachdem sie zuvor durch Erdrosseln getötet wurde. Es war die letzte Hexenhinrichtung in Europa. Lassen Sie Ihre Reisegäste beim Museumsbesuch die Geschichte mit Gänsehaut und Schauern hautnah nacherleben.

Übrigens: Häufiger Gast in der Burg seines Onkels Lukas Watzenrode war Copernicus. Die Burg wartet also gleich mit zwei Erzählungen für Ihre Reisenden auf.

Die Burg Tzschocha

Die Höhenburg Tzschocha (Czocha) in der polnischen Woiwodschaft Nederschlesien steht vier Kilometer östlich von Marklissa (Leśna). Sie ist auf einem Steilufer gelegen. Von ihr aus bietet sich ein grandioser Blick auf die Marklissa-Talsperre (jeż. Leśniańskie).

Die Burg wurde nach 1241 von Böhmen zur Sicherung der Grenze zu Schlesien errichtet. Sie wurde urkundlich erstmals 1329 – damals als Burg Caychow – erwähnt.

Nur wenig später wurde die Burg an die Dohnas, später an Hartung von Klüx übergeben. In den Hussittenkriege wurde sie stark beschädigt. Mit dem Prager Frieden von 1635 gingen Tzschocha und der Queiskreis an das evangelische Kurfürstentum Sachsen und wurde neue Heimat schlesischer und böhmischer Glaubensflüchtlinge.

Zu sehen ist die Burg Tzschocha, Bild: ZeroJeden
Tzschocha, Burg, Bild: ZeroJeden

Ab 1703 übernahme Johann Hartwig von Uechtritz die Burg. Sie blieb mit nur einer Unterbrechung bis 1910 im Familienbesitz. Anschließend ging sie an Ernst von Gütschow. Nach dem Wiener Kongress wurde Tzschocha Preußen zugeordnet und wurde in die Provinz Schlesien eingegliedert. Ab 1945 gehört sie zu Polen und beherbergt seit 1996 ein Hotel.

Die häufigen Besitzer- und Zugehörigkeitswechsel ließen eine Menge An- und Umbauten entstehen: es gibt über 30 versteckte Kellergänge, Kammern und Gemächer, in denen auch die Reichtümer des einstigen Besitzers Ernst von Gütschow vermutet werden.

Und genau um diese verborgenen Reichtümer ranken sich viele Geschichten. Besonders auf nächtliche Besichtigungen sind deshalb Schatzsuchen im Schloss möglich. Das wäre ein interessanter Tagesabschluss für Ihre Reisegruppe.

Sie hätten gern nähere Informationen über die besprochenen Ziele? Dann melden Sie sich gerne bei meinem brylla-Team. Wir helfen Ihnen die idealen Ziele für Ihr Busreiseprogramm zu finden.

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