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Der Fluss Krutyna. Foto: Polnisches Fremdenverkehrsamt
Der Fluss Krutinnen (Krutyna)

Polen – Touristisch im Aufwind (Teil 1)

„Theo, wir fahr’n nach Lodz. Theo, wir fahr’n nach Lodz.“ Was als Soldatenlied begann und als Evergreen viele Busreisende erfreut, scheint touristische Realität zu werden. Polnische Reiseziele werden immer beliebter. Das lässt sich an einer nackten Zahl belegen: 2015 besuchten 16,72 Millionen Touristen Polen – 4,5% mehr als noch in 2014. Diese Entwicklung möchte ich in einer Serie „Polen – Touristisch im Aufwind“ näher beleuchten: mit aussagekräftigen Zahlen über die Entwicklung des Tourismus und des Hotelmarkts in Polen, Hintergrundinformationen zu diesem Boom und meiner Einschätzung zu weiteren Entwicklungen. Aber auch mit ausgewählten Beispielen, die stellvertretend für diesen Boom stehen.

Im heutigen ersten Teil der Serie konzentriere ich mich auf die grundlegende Darstellung des Booms. Im weiteren Verlauf der Serie gehe ich ins Detail: Freuen Sie sich zum Beispiel auf die Beschreibung des Hotelmarkts und besonderer Hotels in Polen. So erfahren Sie viel Praktisches für die Ausrichtung Ihrer Gruppenreise nach Polen.

Polens Tourismusmarkt in Zahlen

Das polnische Ministerium für Sport und Touristik hat die Tourismusstatistiken für 2015 herausgegeben. Wiederum ist die Zahl der Einreisen nach Polen gestiegen, und zwar um 5,4% auf insgesamt 77,74 Millionen. Von den Einreisenden waren 16,72 Millionen Touristen – ein Zuwachs von 4,5%. Darunter stellen Deutsche die bei Weitem größte Gruppe, nämlich 6,01 Millionen bei einem Zuwachs von 4,7%. Das bedeutet, dass Deutsche heute 37% aller ausländischen Besucher Polens ausmachen. Damit ist Deutschland auch das Land, aus dem weitaus die meisten Urlauber nach Polen reisen. Inzwischen geben ausländische Touristen in Polen pro Jahr fast 11 Milliarden Euro aus. Jeder 12. Arbeitsplatz in Polen hängt mit dem Tourismus zusammen.

Flugzeug-Tragfläche. Foto: Jens Hansel
Flugzeug-Tragfläche. Foto: Jens Hansel

Auch Polens Flughäfen boomen und erreichen jährlich stabile Zuwachsraten. Im Jahr 2015 wurde mit 30 Millionen abgefertigten Passagieren ein neuer Rekord erreicht. Spitzendestination unter Polens Flughäfen ist Warschau Fryderyk Chopin mit mehr als 11 Millionen Fluggästen, was einem Zuwachs von 5,8% im Vergleich zu 2014 entspricht. Auch das Netz der internationalen Flughäfen in Polen ist stetig angewachsen, sodass heute jede Region Polens per Flugzeug erreichbar ist. Dadurch werden auch für Busreisen ganz neue Chancen eröffnet, bei denen tagelange Anfahrten zum Beispiel für Rundreisen in Polen Geschichte sein könnten.

Polens Tourismusmarkt boomt

Woran liegt es, dass Polens Tourismusmarkt Jahr für Jahr stabile Wachstumsraten meldet? Großereignisse brachten einen großen Investitionsschub nicht nur im Stadionbau, sondern auch in allen mit dem Tourismus zusammenhängenden Bereichen. Im großen Stil begann es mit der Fußballeuropameisterschaft 2012, in deren Zug mit breit angelegten Infrastrukturverbesserungen begonnen wurde und ein wahrer Hotelbauboom einsetzte. Es folgten weitere Sport-Großereignisse wie die zusammen mit Dänemark ausgerichtete Volleyball-EM der Männer, die Leichtathletik-Hallenweltmeisterschaft in Sopot und die Volleyballweltmeisterschaft der Männer jeweils 2014. Und zuletzt, in Deutschland besonders beachtet, im Januar 2016 die Handballeuropameisterschaft der Männer, bei der Deutschland Europameister wurde. Sportgroßereignisse, die sich über mehrere Tage oder Wochen hinziehen, haben den Vorteil, dass ausführlich im Fernsehen berichtet wird und damit ein neues Bild eines modernen, weltoffenen und überaus gastfreundlichen Landes in die Welt transportiert wird.

Dem schlossen sich kulturelle Großereignisse wie Konzerte von Weltstars an. Und in diesem Jahre gibt es gleich zwei bedeutende Kulturereignisse: Das Kulturhauptstadtjahr von Breslau und der Weltjugendtag der katholischen Kirche in Krakau. Dazu sind in Polen zahlreiche teils spektakuläre neue Museen entstanden, die auch architektonisch Meilensteine setzen, wie das Museum „Polin“ in Warschau zur Geschichte der polnischen Juden oder das Europäische Solidarnosc-Zentrum ECS in Danzig. So hat sich Polen im Schatten der Sportereignisse auch zu einem Kultur-Hotspot entwickelt – mit vielen grandiosen Festivals.

Die Verkehrsinfrastruktur hat in den letzten fünf Jahren einen großen Sprung nach vorn getan, und es wird fleißig weiter gebaut. Und das in einem Tempo, das man bei uns kaum je gesehen hat. Zum Beispiel wurden auch solche Gegenden mit Regionalflughäfen ans internationale Flugnetz angeschlossen, die früher nur in tagelanger Fahrt erreichbar waren. Gerade auf diesem Gebiet kommen zwei Reisegründe zusammen: Die über das ganze Jahr stattfindenden Reisen der über zwei Millionen polnischen Arbeitsmigranten und deren Familien, und die stetig steigende Zahl der touristisch Reisenden nach und aus Polen. So könnten sich auf Sicht auch Flughäfen wie der neue masurische Airport Olsztyn-Mazury ind Szymani bei Szczytno (Ortelsburg) rechnen. Für mich macht es mein Arbeitsgebiet Incoming Polen noch spannender als es bisher schon ist.

Reisetrends und Reiseverhalten der Deutschen

Bürger der Bundesrepublik unternehmen heute gut 70 Millionen Reisen pro Jahr, die länger als fünf Tage dauern. Pro Person gibt der deutsche Urlauber im Schnitt knapp 900 Euro im Urlaub aus. Knapp 20% der Deutschen fährt mehr als einmal jährlich in Urlaub, fast zwei Drittel der Urlaube führen ins Ausland. Beliebtestes Verkehrsmittel der Deutschen ist das Auto (48%), 37% bevorzugen das Flugzeug, rund acht Prozent den Bus und vier Prozent die Bahn. Die meisten Deutschen wohnen im Urlaub im Hotel (48%).

Die polnische Tourismusorganisation POT hat diese Zahlen genauso im Blick wie die längerfristigen Reisetrends und berücksichtigt das in den eigenen Marketingzielen im Touristikbereich. Die polnische Marketingstrategie 2012-2020 sieht beim Urlaub in Polen besonders für deutsche Urlauber in allen Bereichen auch künftig noch große Preisvorteile Polens. Wachstumschancen werden in den Bereichen Familienurlaub, Städtetrips, Veranstaltungen, Radurlaub sowie Gesundheits- und Wellnessurlaub prognostiziert. Als Lieblingsziele der deutschen Urlauber kristallisieren sich die Ostseeküste und Masuren heraus.

Sonnenuntergang in Kolberg
Sonnenuntergang in Kolberg

In Polen passt man sich schnell aktuellen Reisetrends an, die deutsche Urlauber betreffen. Einer der anhaltenden Trends im deutschen Tourismus ist die Verkürzung der Urlaubslänge zugunsten einer zweiten Reise im selben Jahr. Das hat sich als langfristiges Trendmotiv für deutsche Reisende bestätigt. Dem kommt die polnische Tourismusorganisation entgegen, indem Städte- und Shoppingtrips in Polens Städte stark gepusht werden. An den Urlaubsvorstellungen der Deutschen hat sich darüber hinaus nicht viel verändert: Ruhe, Entspannung und Regeneration suchen deutsche Urlauber in Polen. Stabil sind auch Formen dieser Erholung: Strand und Schwimmen, Wandern und Trekkingtouren, Stadt-Sightseeing mit Events und Gesundheit. Noch immer eine wichtige Rolle spielt Familienurlaub mit Kindern. Ein zweiter Trend besteht darin, dass dem Reisenden vermehrt nicht nur ein Ziel angeboten, sondern ganze Erlebnispakete geschnürt werden – das erleichtert dem Reisenden die Orientierung und schafft Möglichkeiten sich von Internethotelportalen zu differenzieren. Dazu bedarf es natürlich einer profunden Kenntnis der möglichen Angebote vor Ort. Hier können wir von brylla reisen Sie optimal unterstützen. Als Incoming Agentur wissen wir, welche Angebote ideal zum Beispiel zur Ihrer Bus-Gruppenreise nach Polen oder Ihrer Rundreise in Polen passen.

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